Sachsen: Regierung und Kirchen wollen gesellschaftliche Risse kitten

Sachsen: Regierung und Kirchen wollen gesellschaftliche Risse kitten
Die sächsische Landesregierung und die Kirchen auf dem Gebiet des Freistaates wollen gemeinsam Ideen zur Überwindung der gesellschaftlichen Spaltung entwickeln.

"Als Kirche ist es uns nicht egal, in welchem Umfeld wir leben", sagte der sächsische evangelische Landesbischof Carsten Rentzing nach einem Treffen von sechs Bischöfen mit Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) und mehreren sächsischen Ministerinnen und Ministern. Die evangelischen und katholischen Kirchen wollten "einen Beitrag zum Miteinander leisten".

Es habe "viel Redebedarf" gegeben bezogen auf die angespannte gesellschaftliche Situation, sagte Rentzing. Es gelte, den Riss wieder zu schließen. Allerdings räumte der evangelisch-lutherische Bischof ein: "Wir stehen selber etwas ohnmächtig davor, wir haben uns über Analysen ausgetauscht." Es gebe unterschiedlichste Ursachen, die sich miteinander verbinden würden. "Wir brauchen eine neue Verständigung darüber, wohin wir wollen", sagte Rentzing. Es müssten gemeinsame Wege entwickelt werden.

"Es geht um die Zukunft des Landes", sagte Ministerpräsident Kretschmer nach dem etwa 90-minütigen Gespräch. Vor allem für den ländlichen Raum müssten Antworten gefunden werden. Kretschmer bezog sich konkret auf den anstehenden Strukturwandel in der Lausitz nach dem Ausstieg aus der Braunkohle.

Am 1. September wird in Sachsen ein neuer Landtag gewählt. Umfragen prognostizieren bislang ein hohes Wahlergebnis für die AfD.

An dem Treffen nahmen auch die mitteldeutsche Landesbischöfin Ilse Junkermann und der Berliner Bischof Markus Dröge für die Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz teil. Von katholischer Seite waren Bischof Heinrich Timmerevers für das Bistum Dresden-Meißen und Bischof Wolfgang Ipolt für das Bistum Görlitz dabei.

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