Türkische Gemeinde ruft Widerstand gegen Antisemitismus auf

Türkische Gemeinde ruft Widerstand gegen Antisemitismus auf
Der Bundesvorsitzende der türkischen Gemeinde in Deutschland, Gökay Sofouglu, wünscht sich mehr Widerstand seiner Gemeinschaft gegen Antisemitismus. Der Großteil der türkischen Gemeinde sei ruhig, sagte Sofuoglu dem Deutschlandfunk. Das könne positiv und negativ gewertet werden. "Ruhig im Sinne, dass sie sich nicht darum kümmern, und ruhig deswegen, weil sie sich mit den Antisemiten nicht solidarisieren wollen." Er wünsche sich jedoch, dass Menschen türkischer Herkunft ihre Stimme stärker erheben. "Wer sich nicht gegen Antisemitismus hinstellt, kann nicht gegen Rassismus vorgehen."

Antisemitismus sei allerdings nicht nur ein Problem des innerislamischen Diskurses, sondern auch ein Problem, das inzwischen durch die AfD und Rechtsradikale in viele Landesparlamente und in den Bundestag getragen worden sei, sagte Sofouglu. "Deswegen ist es eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, die wir auch gesamtgesellschaftlich angehen müssen."

Die "Al-Kuds"-Demonstrationen seien mittlerweile ein Sammelbecken von islamischen Fundamentalisten, sagte der Landesvorsitzender der türkischen Gemeinde in Baden-Württemberg. Dazu gehörten auch türkische Islamisten, so wie solche aus allen Ländern. "Alle, die jetzt ihre antisemitischen Parolen kundtun wollen, sammeln sich bei diesen Kundgebungen." Dabei versuchten viele über Israel-Kritik Antisemitismus zu betreiben. "Antisemitismus, Rassismus, Islamophobie und Antiziganismus sind keine Meinungen, das sind Verbrechen", betonte Sofuoglu. Deshalb müsse mit solchen Äußerungen und Bewegungen umgegangen werden wie man mit Verbrechen umgehe. Prävention sei wichtig, aber man müsse nicht alles zulassen im Namen der Meinungsfreiheit.

In Berlin fand am Samstag der "Al-Kuds-Marsch" statt, mit einigen Hundert Teilnehmern. Zugleich sammelten sich etwa 700 Menschen zu einer Gegenveranstaltung.

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