Katholische Kirche setzt sich für Ausbau der Palliativversorgung ein

Krebspatient im Palliativzentrum

© epd-bild/Jörn Neumann

Die Bischofskonferenz ist der Meinung, palliative Fürsorge sei die beste Antwort auf Suizidwünsche schwerkranker und hilfebedürftiger Menschen.

Katholische Kirche setzt sich für Ausbau der Palliativversorgung ein
Die katholische Kirche setzt sich dafür ein, die Palliativversorgung in Deutschland und weltweit auszubauen. Wie man Menschen am Lebensende begleite, dürfe kein Thema für populistische Vereinfachungen sein.

Der Osnabrücker Bischof und Vorsitzende der Pastoralkommission der Deutschen Bischofskonferenz, Franz-Josef Bode, sagte, viele Gesellschaften stünden vor der Herausforderung, die hohe Lebenserwartung und die Umstände eines oft langen Sterbens der Menschen gestalten zu müssen.

Bode kündigte eine baldige Erklärung der Bischofskonferenz zur kirchlichen Sterbebegleitung an. Palliative Fürsorge sei die beste Antwort auf Suizidwünsche schwerkranker und hilfebedürftiger Menschen, sagte er. Sie nehme vielen Patienten die Angst vor einem qualvollen Tod. Bode kritisierte das Wiederaufflammen der Debatte um Selbsttötung. Suizid als Grundrecht anzusehen und die Beihilfe dazu als eine Dienstleistung zur Verkürzung von Leid zeige nur, wie populär die Suche nach einfachen Lösungen sei, sagte Bode: "Das macht uns Kummer." Wie man Menschen an ihrem Lebensende begleite, in Schmerz und seelischen Nöten, sei kein Thema für populistische Vereinfachungen. Demgegenüber müssten Christen deutlich machen, was für sie ein Sterben in Würde bedeute.

Palliativkräfte fehlen in der Altenpflege

Bode erinnerte an das Verbot der organisierten Sterbehilfe, das der Bundestag nach langer, kontroverser Debatte vor dreieinhalb Jahren beschlossen hatte. Der Vorsitzende der Deutschen PalliativStiftung, Thomas Sitte, erklärte, die Rechtslage für Palliativmediziner sei gut.  "Wir können sehr viel dazu beitragen, dass ein Mensch nicht mehr leiden und ertragen muss, als er kann", sagte Sitte. Heute werde indes nur jeder zehnte Sterbende palliativ versorgt. Es bräuchten aber etwa ein Drittel bis die Hälfte der Patienten eine solche Versorgung. Ganz besonders fehlten Palliativkräfte in der Altenpflege, sagte Sitte.

Der Palliativmediziner ist als Gutachter am Verfahren zur Sterbehilfe vor dem Bundesverfassungsgericht beteiligt. Das Urteil wird für dieses Jahr erwartet. Das Gericht beschäftigt sich mit sechs Verfassungsbeschwerden gegen das Verbot der geschäftsmäßigen Sterbehilfe (Paragraf 217 Strafgesetzbuch). Geklagt haben Sterbehilfevereine und Patienten sowie Ärzte, die fürchten, strafrechtlich belangt werden zu können. Die katholische Kirche hofft, dass der Paragraf Bestand haben wird und wirbt für mehr Mittel und Personal für die Begleitung schwerkranker und sterbender Menschen. Bischof Bode stellte gemeinsam mit dem Präsidenten der Päpstlichen Akademie für das Leben, Erzbischof Vincenzo Paglia, ein Weißbuch zur Palliativversorgung vor.

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