Erster US-Bundesstaat erlaubt Kompostieren von Leichnamen

Frau blickt auf einen Wasserfall im Yellowstone National Park in den USA.

© Getty Images/iStockphoto/haveseen

Demnächst ist es Angehörigen möglich, kompostierte Erde ihrer Angehörigen in einem Naturpark verstreuen zu lassen, wie z.B. im Yellowstone National Park.

Erster US-Bundesstaat erlaubt Kompostieren von Leichnamen
Im Bundesstaat Washington im Nordwesten der USA haben Angehörige bei Todesfällen künftig eine Alternative zur Beisetzung im Sarg und zur Einäscherung. Der Gouverneur von Washington, der demokratische Politiker Jay Inslee, unterzeichnete am Dienstag ein Gesetz, das das Kompostieren von Leichnamen erlaubt. Kompostieren sei umweltfreundlicher und kostengünstiger, sagte Inslee in Olympia, der Hauptstadt von Washington.
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Der Senat und das Repräsentantenhaus des Bundesstaates hatten zuvor mit großen Mehrheiten für das Gesetz gestimmt. Es tritt im Mai 2020 in Kraft.

Das gemeinnützige Unternehmen Recompose hat in Seattle in Washington die erste Kompostierungseinrichtung entwickelt. In einem Gebäude für Bestattungszeremonien werden Leichname in pflanzlichem Material wie Stroh und Holzspänen in Behältern abgelagert. Unter Sauerstoffzufuhr entstehen beim Kompostieren Temperaturen von etwa 50 bis 70 Grad Celsius.

Sobald die Kompostierung einsetzt, werden die menschlichen Überreste binnen weniger Wochen mithilfe von Mikroben abgebaut. Übrig bleibt pro Leichnam etwa ein Kubikmeter Erde. Angehörige können den Boden mitnehmen oder in einem Naturpark verstreuen lassen.

Beinahe drei Millionen Menschen sterben jedes Jahr in den USA. Nach Angaben des Verbandes der Bestattungsunternehmer geht der Trend zur Feuerbestattung. Zudem wachse das Verlangen nach umweltfreundlichen Bestattungen, erklärt Lee Webster, Leiterin eines Verbandes für alternative Begräbnisse im Bundesstaat New Hampshire.

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