Mecklenburgischer Bischof Maltzahn aus dem Amt verabschiedet

Bischof Maltzahn verabschiedet aus Bischofsamt.

© Danny Gohlke/dpa

Andreas von Maltzahn, Bischof im Sprengel Mecklenburg und Pommern der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland, wurde aus dem Bischofsamt verabschiedet.

Mecklenburgischer Bischof Maltzahn aus dem Amt verabschiedet
Mit einem Gottesdienst im Schweriner Dom hat die evangelische Nordkirche am Sonnabend Andreas von Maltzahn nach fast zwölf Jahren aus dem Bischofsamt verabschiedet. Der promovierte Theologe ist bereits seit Mai 2019 als Studienleiter am Prediger- und Studienseminar der Nordkirche in Ratzeburg tätig.
Deutschland spricht 2019

Maltzahn war im September 2007 als mecklenburgischer Landesbischof eingeführt worden. Seit der Gründung der Nordkirche zu Pfingsten 2012 leitete er gemeinsam mit Bischof Hans-Jürgen Abromeit (Greifswald) den Sprengel Mecklenburg und Pommern. Abromeit (64) scheidet im September 2019 aus dem Amt und tritt einige Monate später in den Ruhestand.

Zu ihrem gemeinsamen Nachfolger mit Sitz in Greifswald hat die Landessynode bereits Tilman Jeremias (Rostock) gewählt. Die Reduzierung der Bischofssitze war bei Gründung der Nordkirche festgelegt worden. Jeremias (53) wird am 31. Oktober im Greifswalder Dom in sein Amt eingeführt. Zum Sprengel Mecklenburg und Pommern gehören zwei Kirchenkreise mit insgesamt knapp 247.000 Christen. 

Religionsübergreifende Verantwortung

Maltzahn sagte in seiner Predigt am Samstag, dass Gottes Herz groß genug für die Menschen aller Konfessionen und Religionen sei. Diese Weite sollten sich Menschen zur Richtschnur für ihr Denken und Handeln machen. Dies bedeute auch, Verantwortung wahrzunehmen und achtsam zu sein für jene, die sich von niemandem gesehen fühlten. 

Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm, bezeichnete Maltzahn als wunderbaren Menschen sowie als hochkarätigen Theologen und Kirchenpraktiker, der sich nie in den Vordergrund gedrängt habe. Maltzahn höre viel zu. Und wenn er etwas sage, habe das immer Gewicht. 

Mutmacher auch in schwierigen Zeiten

Der Mecklenburger sei für die Christen immer auch ein Mutmacher gewesen, sagte Bedford-Strohm. Nach der Veröffentlichung der Studienergebnisse zur Entwicklung der Kirchenmitgliedschaft bis zum Jahr 2060 werde der Rat der ostdeutschen Kirchen erst recht benötigt. "Wir brauchen eure Ideen. Wir brauchen eure Zuversicht als Kirche in der Minderheit."

Die Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern, Manuela Schwesig (SPD), sagte beim anschließenden Empfang, dass die Zusammenarbeit mit Maltzahn fruchtbar gewesen sei. "Klar in der Haltung, konstruktiv und zugänglich haben wir Sie erlebt. Ich danke Ihnen für Ihren Dienst als mecklenburgischer Landesbischof und Bischof der Nordkirche."

 

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