Flüchtlinge der "Alan Kurdi" in Malta an Land gegangen

Rettungsschiff «Alan Kurdi»

© Fabian Heinz/Sea-eye.org/AP/dpa

Dieses von der deutschen Hilfsorganisation Sea-Eye zur Verfügung gestellte Foto zeigt das Rettungsschiff «Alan Kurdi» in den Gewässern vor Libyen. Mittlerweile sind die Flüchtlinge in Malta an Land gegangen.

Flüchtlinge der "Alan Kurdi" in Malta an Land gegangen
Nach anderthalb Wochen sind die noch 62 Flüchtlinge des Seenotrettungsschiffes "Alan Kurdi" Medienberichten zufolge in Malta an Land gegangen. Sie seien am Samstagabend in der Nähe der Hauptstadt Valletta angekommen, schrieb die Zeitung "Times of Malta" (Online). Deutschland will bis zu 26 von ihnen aufnehmen, wie das Bundesinnenministerium mitteilte. Auch Frankreich, Portugal und Luxemburg haben sich zur Aufnahme bereiterklärt. Die "Alan Kurdi" selbst durfte nicht in einem maltesischen Hafen anlegen.
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Das Rettungsschiff hatte am 3. April nach Angaben der Regensburger Organisation "Sea-Eye" insgesamt 64 Migranten vor der libyschen Küste von einem Schlauchboot an Bord genommen. Zwei Frauen wurden in den vergangenen Tagen wegen gesundheitlicher Probleme an Land gebracht. Das UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR erklärte in einem Tweet, die verbliebenen 62 Flüchtlinge seien erleichtert gewesen, dass die Tortur nach so vielen Tagen auf hoher See für sie nun ein Ende habe.

Das Bundesinnenministerium betonte, bei der Übernahme von Seenotgeretteten würden in Deutschland "ergebnisoffene Asylverfahren durchgeführt". Mit der Übernahme sei keine Entscheidung über einen dauerhaften Aufenthalt getroffen, hieß es in einem Tweet des Ministeriums.

Nach Angaben von "Sea-Eye" hat die EU-Kommission zwischen Malta und den vier Staaten vermittelt. Der "Sea-Eye"-Vorsitzende Gorden Isler kritisierte, dass die Geretteten das Schiff so lange nicht hätten verlassen dürfen. "Es ist einfach nicht erklärbar, warum es notwendig war, dass die Leute während der langen Verhandlungen an Bord bleiben mussten, während Regierungen über 64 Einzelschicksale verhandelten", erklärte er.

EU-Migrationskommissar Dimitris Avramopoulos dankte Deutschland, Frankreich, Portugal und Luxemburg dafür, sich solidarisch gezeigt zu haben. Zugleich mahnte er nachhaltige Regelungen an, um vergleichbare Situationen künftig besser bewältigen zu können.

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