Münster gedenkt der Opfer der Amokfahrt

 Ökumenischen Gottesdienst zum Gedenken an die Opfer der Amokfahrt von Münster

© Friso Gentsch/dpa

Markus Lewe, Oberbürgermeister von Münster, sprach bei einem Ökumenischen Gottesdienst zum Gedenken an die Opfer der Amokfahrt von Münster vor einem Jahr.

Münster gedenkt der Opfer der Amokfahrt
Zum ersten Jahrestag der Amokfahrt in Münster hat die Stadt am Sonntag mit einem ökumenischen Gottesdienst der Opfer gedacht.
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"Wir lassen uns die Plätze unseres Lebens nicht durch die Tat eines Einzelnen entreißen", sagte der nordrhein-westfälische Innenminister Herbert Reul (CDU) in dem Gottesdienst in der Lambertikirche. Neben Reul nahmen für die Landesregierung auch der nordrhein-westfälische Justizminister Peter Biesenbach, Verkehrsminister Hendrik Wüst sowie Europaminister Stephan Holthoff-Pförtner (alle CDU) an der Gedenkfeier teil. 

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In dem Gottesdienst unter Leitung des katholischen Pfarrers Hans-Bernd Köppen und der evangelischen Pfarrerin Ulrike Krüger wurden zu den Klängen der Spanischen Romanze die Namen der Toten verlesen. Die Regierungspräsidentin Dorothee Feller und der Münsteraner Oberbürgermeister Markus Lewe (CDU) lasen Fürbitten vor.

Verarbeitung noch nicht abgeschlossen 

Pfarrerin Ulrike Krüger rief zum Innehalten auf. Es müsse nach einer Tat wie der Amokfahrt vor einem Jahr mehr bleiben als die Erkenntnis, dass das Leben weitergehe. Es bleibe zu hoffen, dass neue Wege geöffnet würden zu Glaube, Liebe und Hoffnung, auch wenn das nicht leicht sei mit einem Rucksack von Erinnerungen, sagte die Theologin. Nach dem Gottesdienst gab es am Platz beim Kiepenkerl-Denkmal, dem damaligen Anschlagsort, Gelegenheit zum Gedenken. Die Vertreter der Landesregierung und die Angehörigen legten Blumen nieder. Der Gitarrist Bernard Lammerding intonierte "Imagine" von John Lennon.

Die Belegschaften der beiden Lokale "Großer Kiepenkerl" und "Kleiner Kiepenkerl" hatten, teilweise den Tränen nahe, am Gottesdienst teilgenommen. Beide Gaststätten blieben am Sonntag bis 18 Uhr geschlossen. Zu der Gedenkveranstaltung hatte die nordrhein-westfälische Opferschutzbeauftragte Elisabeth Auchter-Mainz zusammen mit der Stadt Münster und der Stiftung Katastrophennachsorge eingeladen. 

Gedenkstein vor dem Restaurant "Kiepenkerl".

Am 7. April 2018 hatte ein 48-Jähriger einen Campingbus in eine Menschenmenge vor Lokalen in der Münsteraner Altstadt gesteuert. Dabei wurden vier Menschen getötet und mehr als 20 verletzt, einige von ihnen schwer. Der Fahrer erschoss sich am Tatort. Am Kiepenkerl in Münster erinnert heute eine kleine Gedenktafel an die Opfer. 

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