Diakoniechef sieht Gefahr für Gesellschaft durch Armut in Städten

Der Notgroschen ist oft schon aufgebraucht.

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Armut ist vor allem ein Problem in deutschen Großstädten.

Diakoniechef sieht Gefahr für Gesellschaft durch Armut in Städten
Die Diakonie sieht im Auseinanderklaffen von armen und besser gestellten Städten eine Gefahr für den Zusammenhalt der Gesellschaft. "Die Menschen, die in klammen Kommunen leben, fühlen sich abgekoppelt vom wahren Leben und in ihrer Situation nicht wahrgenommen", sagte der Präsident der Diakonie Deutschland, Ulrich Lilie, am Dienstag in Berlin dem Evangelischen Pressedienst (epd).
Deutschland spricht 2019

"Dieses oft unvermittelte Nebeneinander unterschiedlicher Welten gefährdet den gesellschaftlichen Zusammenhalt und die Zustimmung zur Demokratie", warnte der Diakoniechef anlässlich einer aktuellen Studie der Bertelsmann Stiftung zu Armut in den Kommunen.

Das Thema gleichwertige Lebensverhältnisse gehöre in Deutschland "dringend ganz nach oben auf die politische Agenda", forderte Lilie. Die Bertelsmann-Studie bestätige, "dass in Deutschland Lebenschancen und Lebensqualität immer stärker davon abhängen, wo ein Mensch aufwächst oder wohnt".

In den boomenden Metropolregionen gebe es eine ausreichende soziale Infrastruktur mit vielen kostenfreien Angeboten wie etwa kostenfreie Kitaplätzen, sagte der Diakonie-Präsident. In finanziell klammen Kommunen lebe es sich hingegen weniger gut. "An die Stelle der Kür treten hier die Pflichtausgaben: Nur, was unbedingt nötig ist, wird finanziert."

Armut ist nach einer am Dienstag von der Bertelsmann veröffentlichten Studie vor allem ein Problem in deutschen Großstädten. Der Anteil der Sozialhilfeempfänger in Städten mit mehr als 100.000 Einwohnern lag demnach im Jahr 2016 bei 14 Prozent. Das sind vier Prozentpunkte mehr als der bundesweite Durchschnitt. In 37 Kommunen (46 Prozent) sei die Quote der Sozialleistungsempfänger gestiegen, in 27 Städten (34 Prozent) sei sie gesunken. Ein Großteil der Bevölkerung der deutschen Großstädte hat den Angaben zufolge den Eindruck, dass die Armut vor Ort zunimmt.

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