Religionsvertreter mahnen Einsatz gegen Rassismus an

Volker Jung

© epd-bild/Norbert Neetz

Der hessen-nassauische Kirchenpräsident Volker Jung betont nach den Anschlägen in Christchurch die Wichtigkeit gegenseitigen Respektes der Religionen.

Religionsvertreter mahnen Einsatz gegen Rassismus an
Nach den Anschlägen von Christchurch
Nach den Anschlägen auf zwei Moscheen in Neuseeland hat der hessen-nassauische Kirchenpräsident Volker Jung die Bedeutung des gegenseitigen Respektes der Religionen hervorgehoben. "Es ist grauenhaft und entsetzlich, wenn Menschen durch menschliche Gewalt sterben", sagte der Kirchenpräsident der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau.

"Und es bewegt noch einmal besonders, wenn sich die Gewalt gegen Menschen richtet, die zum Gottesdienst versammelt sind", betonte Jung Jung am Sonntag in Seeheim-Jugenheim bei Darmstadt. Zusammen mit dem Direktor des Landesverbandes der Jüdischen Gemeinden in Hessen, Daniel Neumann, und dem hessischen Landesvorsitzenden des Zentralrats der Muslime in Deutschland, Abdassamad El Yazidi, feierte er in der Seeheimer Laurentiuskirche einen Gottesdienst.

Dass eine solche Feier möglich sei, zeige die gemeinsame Basis, die diese Religionen trotz aller Unterschiede hätten, sagte der Kirchenpräsident und fügte an: "Gemeinsam haben wir die Verantwortung, uns für Respekt, Frieden und Menschenwürde einzusetzen."

"Eine Allianz der Vernünftigen"

Neumann erklärte, Rassismus sei eines der drängenden Probleme in einer sich immer weiter spaltenden Gesellschaft. "Wir müssen uns klarmachen, dass es Unterschiede gibt, aber auch unglaublich viel, was uns eint", sagte er und verwies dabei auf Werte wie Menschlichkeit, Akzeptanz und Respekt. "Eine Allianz der Vernünftigen in Deutschland" forderte El Yazidi. Diese müsse um die Deutungshoheit für den Glauben kämpfen, damit Religion nicht zur Rechtfertigung von Schandtaten missbraucht werden könne. Auch er betonte die Unterschiede zwischen den Religionen. "Wir sind nicht gleich. Gott hat diese Vielfalt gewollt", sagte er. "Unsere Aufgabe ist es, miteinander auszukommen."

Der gemeinsame Gottesdienst war eine Veranstaltung im Rahmen der Internationalen Wochen gegen Rassismus. Das Motto lautet in diesem Jahr mit Blick auf die bevorstehende Europawahl "Europa wählt die Menschenwürde". Bei den Anschlägen auf zwei Moscheen in Neuseeland waren am Freitag 50 Menschen durch Schüsse getötet und mindestens 50 weitere verletzt. Unter Verdacht steht ein rechtsextremistischer Australier.

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