Bundesagentur will Gesundheitsförderung für Erwerbslose ausbauen

Detlef Scheele

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Detlef Scheele, Vorstandsvorsitzender der Bundesagentur für Arbeit (BA).

Deutschland spricht 2019
Bundesagentur will Gesundheitsförderung für Erwerbslose ausbauen
Die Bundesagentur für Arbeit (BA) und die Krankenkassen wollen mehr Langzeitarbeitslose in Kurse zur Gesundheitsförderung vermitteln. Im Gespräch mit den Jobcenter-Kunden würden Sachbearbeiter Gesundheitsthemen so ansprechen, dass sie weder belehrend noch abschreckend wirken, sagte der Vorstandsvorsitzende der Bundesagentur, Detlef Scheele, am Mittwoch in Mainz. Im Rahmen eines Gemeinschaftsprojekts mit den gesetzlichen Kassen sollen Erwerbslose gleichermaßen zur Teilnahme an öffentlichen Kursen als auch an speziellen Angeboten bewegt werden.

Das 2016 gestartete Projekt wurde mittlerweile auf 129 Standorte ausgeweitet. "Wir wollen, dass 2019 und 2020 weitere 104 Orte dazukommen", sagte Gernot Kiefer, Vorstand des Spitzenverbands der gesetzlichen Krankenversicherung. Dann wäre etwa die Hälfte der Bundesrepublik von dem Projekt erfasst. Bislang seien rund 11.000 Arbeitslose mit den Angeboten erreicht worden. Die Kassen wollen künftig acht bis zehn Millionen Euro an eigenen Mitteln jährlich dafür aufwenden, hieß es.

Experten beklagen seit Jahren den Zusammenhang zwischen Arbeitslosigkeit und Krankheit. Viele Menschen verlieren wegen ihres Gesundheitszustandes den Job, andere werden aufgrund der Arbeitslosigkeit krank. Gesundheitsprobleme seien für viele Jobcenter-Kunden ein heikles Problem, sagte Scheele. In den vergangenen Monaten hätten bundesweit rund 1.200 Jobcenter-Mitarbeiter Schulungen durchlaufen, um bei Terminen mit Arbeitslosen Probleme wie Bewegungsmangel oder Rauchen anzusprechen. Das dürfe nicht wie eine Belehrung mit erhobenem Zeigefinger wirken.

Grundsätzlich sei die BA bei der Gesundheitsförderung gegen "Spezialmaßnahmen" für Erwerbslose und würde es begrüßen, wenn alle Menschen die gleichen Kurse besuchen. In der Praxis seien oft aber spezielle Rahmenbedingungen nötig. Viele Betroffene hätten schon ein Problem mit den üblichen Vorstellungsrunden, weil sie ihre soziale Situation nicht offenlegen möchten, sagte Sandra Helms, die Projektkoordinatorin für Rheinland-Pfalz.

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