Seenotrettung: Landesbischof plädiert für menschenfreundliche Politik

Jochen Cornelius-Bundschuh

Foto: epd-bild/Norbert Neetz

Der badische Landesbischof Jochen Cornelius-Bundschuh spricht sich für eine menschenfreundliche Politik aus.

Seenotrettung: Landesbischof plädiert für menschenfreundliche Politik
Der evangelische badische Landesbischof, Jochen Cornelius-Bundschuh, macht Mut zu einer offenen und menschenfreundlichen Flüchtlingspolitik. "Es gibt in Deutschland schon eine große Bereitschaft zu helfen, wir können aber noch mehr", sagte der Landesbischof auf Anfrage des Evangelischen Pressedienstes (epd) am Freitag. Kommunen und Kirchen sollten die Bundesregierung ermutigen, noch stärker Verantwortung zu übernehmen.

Zwei Schiffe der Rettungsorganisationen "Sea-Watch" und "Sea-Eye" warten seit Tagen mit 49 Flüchtlingen an Bord im Mittelmeer darauf, in einem Hafen anlegen zu dürfen. Inzwischen erhielten sie wegen schlechten Wetters die Erlaubnis, näher an die maltesische Küste fahren zu dürfen. Zahlreiche deutsche Städte haben angeboten, den Flüchtlingen ein Zuhause zu geben. Die letzte Entscheidung liegt beim deutschen Bundesinnenministerium, das auf eine ausgewogene Verteilung der geretteten Menschen auf verschiedene EU-Mitgliedsstaaten pocht.

"Die deutsche Politik ist zu Recht an einer europäischen Lösung interessiert. Das ist aber sehr schwierig, wenn sich einige Länder verweigern", erklärte der Landesbischof. "Um der Menschen willen, müssen wir mutig vorangehen." Es sei nun wichtig dem Bundesinnenministerium zu signalisieren, dass die Kommunen, die Zivilgesellschaft und die Kirchen seit 2015 Strukturen entwickelt haben, um Flüchtlingen zu helfen und zu betreuen. "Diese Strukturen haben sich bereits bewährt", erklärte der Landesbischof. Er wünsche sich, dass Europa weiterhin für Zivilisation und Humanität stehe.



Am Mittwoch hatte der Bischof der Diözese Rottenburg-Stuttgart, Gebhard Fürst, an die Bundesregierung appelliert, die aus Seenot geretteten Menschen aufzunehmen. "Das gebietet uns allein schon die Humanität", teilte Fürst mit.

Laut Zahlen der Internationalen Organisation für Migration kamen 2018 rund 116.000 Flüchtlinge über das Mittelmeer, mehr als 2.200 starben dabei oder gelten als vermisst. Deutschland hat nach Angaben des Bundesinnenministeriums 115 aus Seenot gerettete Flüchtlinge aufgenommen.

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