Menschenrechtler kritisieren Polizeigewalt im Sudan

Menschenrechtler kritisieren Polizeigewalt im Sudan
Menschenrechtler haben die Aussagen des sudanesischen Präsidenten Omar al-Baschir zur Polizeigewalt gegen Demonstranten scharf kritisiert. Baschir rechtfertige den Einsatz von exzessiver Gewalt, statt die Brutalitäten zu verurteilen, erklärte die stellvertretende Afrika-Direktorin von Human Rights Watch, Jehanne Henry, am Montag. Die Rechte der Demonstranten müssten umfassend geschützt werden.

Baschir hatte vor Protesten am Sonntag laut Medienberichten gesagt, die Polizei solle "so wenig Gewalt wie möglich" anwenden. Menschenrechtler sehen darin eine Rechtfertigung für hartes Vorgehen, wenn nicht sogar einen Aufruf dazu. An Silvester und Neujahr sind erneut Demonstrationen gegen die Regierung geplant.

Seit Mitte Dezember kommt es im Sudan zu massiven Protesten, gegen die die der Regierung brutal vorgeht. Sicherheitskräfte setzten Human Rights Watch zufolge Tränengas und scharfe Munition ein und verprügelten Demonstranten. Mindestens 40 Menschen wurden demnach seither getötet und Hunderte verletzt und festgenommen.



Die Demonstrationen hatten aus Unmut über die steigenden Brotpreise begonnen, nachdem Subventionen für Mehl gestrichen worden waren. In der vergangenen Woche wurden aber auch Rufe nach einem Sturz Baschirs laut. Der Machthaber ist seit einem Militärputsch 1989 an der Macht. Er wird vom Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag per Haftbefehl wegen Völkermords und Kriegsverbrechen in der Unruheregion Darfur gesucht. 2013 hatte die Regierung ebenfalls Massenproteste niederschlagen lassen. Damals wurden rund 170 Menschen getötet.

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