Harald Lesch sieht "allerletzte Chance" zum Klimaschutz

Harald Lesch sieht "allerletzte Chance" zum Klimaschutz
Nach Ansicht des Astrophysikers Harald Lesch sollte Deutschland beim Klimaschutz vorangehen. "Wir brauchen eine politische Aktivitätsinitiative, und zwar parteiübergreifend", sagte der Physiker der Ludwig-Maximilians-Universität in München dem Evangelischen Pressedienst (epd).

"Wir brauchen den sofortigen Kohleausstieg, und die erneuerbaren Energien müssen ausgebaut werden. Wir brauchen eine Mobilitätsoffensive in Richtung öffentlicher Nahverkehr." Auch eine Kohlendioxid-Steuer schloss der Wissenschaftler nicht aus. "Jedem Menschen sollte pro Jahr ein Kohlendioxid-Budget von rund zwei Tonnen zustehen. Heute aber verbraucht jeder zehn Tonnen pro Jahr."

Der Klimawandel sei längst ausgeforscht, sagte Lesch, die Fakten hinlänglich bekannt: Die Erderwärmung schreite voran, Gletscher verschwänden, die Meeresspiegel stiegen an, und die Extremwetterereignisse verschärften sich. Doch auf die wissenschaftlichen Erkenntnisse werde "überheblich und gleichgültig" reagiert. "Wenn wir jetzt nichts tun, werden wir in absolut katastrophale Abläufe geraten", sagte der aus der Fernseh-Reihe "Leschs Kosmos" bekannte Wissenschaftler. 


Die politischen Entscheidungsträger müssten konsequenter auf diese Herausforderungen reagieren, forderte er. Andernfalls werde die Menschheit "mehr oder weniger verschwinden. Das ist sozusagen unsere allerletzte Chance".

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