Liberale Muslimin Ates plädiert für Moschee-Steuer

Liberale Muslimin Ates plädiert für Moschee-Steuer
Die Gründerin der liberalen Moschee in Berlin, Seyran Ates, befürwortet die Einführung einer Moschee-Steuer für Muslime. Sie sollten damit die Finanzierung ihrer Gemeinden verstärkt selbst organisieren, sagte Ates dem Online-Portal der "Welt" (Mittwoch). "Alles, was die Gemeinden brauchen, kann in Zukunft von den Mitgliedern selbst aufgebracht werden." Ates ist Initiatorin der Ibn-Rushd-Goethe-Moschee im Stadtteil Moabit, die für einen liberalen Islam steht und für eine geschlechtergerechte Auslegung des Korans eintritt. Altes bis eintritt.

Viele deutsche Moscheen greifen wegen fehlender Finanzmittel auf Imame aus dem Ausland zurück. Beim größten Moschee-Verband Ditib, der mit der türkischen Religionsbehörde in Ankara verbunden ist, werden Imame aus der Türkei entsandt. 

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Die Arbeitsgemeinschaft der Evangelischen Jugend in Deutschland (aej) hat eine Social-Media-Kampagne zur Begegnung mit jungen Muslimen gestartet. Die Aktion "Begegnet Euch!" soll dafür werben, Berührungsängste abzubauen, wie die aej am Dienstag in Hannover mitteilte.
Ein Imam betet in einer Moschee.
In der Eifel sollen in den kommenden zwei Jahren zunächst 22 junge Menschen für die seelsorgerliche Arbeit in Gemeinden ausgebildet werden. Bislang kamen Imame meist aus dem Ausland. Die neue Akademie soll jedoch keine staatliche Förderung erhalten.

In der Regierungskoalition plädiert Unions-Fraktionsvize Thorsten Frei (CDU) für eine Moschee-Steuer. "Unser Ziel muss es sein, dass sich der Islam in Deutschland von der Einflussnahme ausländischer Staaten emanzipiert und eine stärkere Inlandsorientierung gewinnt", sagte er der Zeitung. "Die Moschee-Steuer wäre dazu ein wichtiger Schritt." Sie würde es Muslimen erlauben, finanziell auf eigenen Füßen zu stehen. 

Auch der SPD-Innenexperte Burkhard Lischka steht der Einführung einer Abgabe, die der Kirchensteuer vergleichbar wäre, positiv gegenüber. "Die Idee, die Finanzierung von muslimischen Gemeinden in Deutschland von ausländischen Geldgebern zu entkoppeln, halte ich für diskussionswürdig", sagte er der "Welt". Dadurch ließe sich die Gefahr des Einflusses von außen und einer Radikalisierung verringern.