EU-Studie: Juden in Deutschland am häufigsten angefeindet

Bei einer jüdischen Veranstaltung trägt ein Teilnehmer eine Kippa mit eingearbeiteten israelischen und deutschen Fahnen.

© Frank Rumpenhorst/dpa/

Aufgrund von gefürchteten Anfeindungen vermeiden 75 Prozent der befragten Juden in Deutschland das Tragen jüdischer Symbole in der Öffentlichkeit.

EU-Studie: Juden in Deutschland am häufigsten angefeindet
Laut einer Umfrage der Agentur der Europäischen Union für Grundrechte in zwölf EU-Ländern haben nirgendwo so viele Menschen angegeben, antisemitisch belästigt worden zu sein, wie in Deutschland.
Deutschland spricht 2019

41 Prozent der Befragten in Deutschland hätten gesagt, im vergangenen Jahr eine antisemitische Erfahrung gemacht zu haben, 52 Prozent in den vergangenen fünf Jahren, wie die "Bild"-Zeitung (Montag) berichtet. Beide Werte lägen deutlich über dem EU-Schnitt von 28 Prozent beziehungsweise 39 Prozent.

Der Antisemitismusbeauftragte der Bundesregierung, Felix Klein, sagte der Zeitung: "Vor dem Hintergrund unserer Geschichte sind antisemitische Vorfälle in Deutschland ganz besonders schwerwiegend. Wir müssen alles daran setzen, diese traurige Spitzenreiterposition wieder loszuwerden."



Der Erhebung zufolge würden 75 Prozent der befragten Juden in Deutschland manchmal, häufig oder immer auf das Tragen jüdischer Symbole in der Öffentlichkeit verzichten. 46 Prozent der Juden in Deutschland vermeiden es dem Bericht zufolge, gewisse Gegenden in ihrer Umgebung aufzusuchen.

Die Umfrage der EU-Agentur für Grundrechte ist die zweite dieser Art, die die Erfahrungen von Juden mit Antisemitismus in der EU untersucht. An der Umfrage nahmen 16.395 Menschen aus zwölf EU-Ländern teil, die insgesamt 96 Prozent der jüdischen Bevölkerung in der Europäischen Union abdecken. Der Bericht zu der ersten Studie zu Antisemitismus in Europa wurde 2013 veröffentlicht.

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