"Wir sind Kirche": Verstöße gegen Menschenrechte in katholischer Kirche

Zum 70-jährigen Bestehen der Allgemeinen Menschenrechtserklärung am 10. Dezember fordert die Reformbewegung "Wir sind Kirche" die Umsetzung der Menschenrechte in der römisch-katholischen Kirche.

"Wir sind Kirche" erklärte am Freitag in München: "Der absolute Ausschluss der Frauen von Weiheämtern, das Heiratsverbot für Priester sowie die Forderung der Enthaltsamkeit an homosexuelle Menschen widersprechen in eklatanter Weise den individuellen Menschenrechten wie auch dem biblisch geprägten Menschenbild."

"Vor diesem Hintergrund irritieren die jüngsten Aussagen von Papst Franziskus, Homosexualität sei eine Modeerscheinung, diese Art von Zuneigung habe keinen Platz für Priester und Ordensleute in der Kirche", erklärte "Wir sind Kirche" weiter. Dies sei letztlich diskriminierend gegenüber allen Homosexuellen in der Kirche.  

Es sei eine positive Entwicklung, dass sich homosexuelle Männer und Frauen nicht mehr verstecken müssten, betonte die Reformbewegung. Der Vatikan und die katholische Weltkirche müssten sich dafür einsetzen, die in fast 80 Ländern immer noch bestehende Kriminalisierung zu beenden.

Die Kirche befindet sich nach Einschätzung der Bewegung in einer Krise. Dies sei aber auch eine Chance, sich weiterzuentwickeln. Bei "Wir sind Kirche" engagieren sich Laien, Ordensleute und Priester nach eigenen Angaben "für eine geschwisterliche Kirche, in der die Kluft zwischen Klerus und Laien überwunden ist".