150.000 afrikanische Migranten 2018 im Jemen angekommen

Äthiopische Migranten im Jemen

© Mohammed Mohammed/XinHua/dpa

Jedes Jahr durchqueren schätzungsweise tausende Äthiopier Somalia, Dschibuti, das Rote Meer und den Indischen Ozean in Richtung der arabischen Halbinsel.

150.000 afrikanische Migranten 2018 im Jemen angekommen
Hungerkrise im Jemen verschärft sich weiter
Im Jemen hungert die Bevölkerung, und der Krieg geht trotz Friedensbemühungen weiter. Mitten in das Chaos zieht es Migranten aus Äthiopien und Somalia auf der Suche nach Arbeit und Sicherheit.

Die Nahrungskrise im Jemen hat sich laut den UN weiter verschärft. Eine neue Untersuchung zeige einen Anstieg des akuten Hungers in dem Konfliktland, sagte der Chef des Welternährungsprogramms (WFP), David Beasley, am Dienstag in Genf. Für Teile der Bevölkerung sei die Ernährungslage katastrophal. Eine Hungersnot könne aus rein formalen Gründen jedoch noch nicht ausgerufen werden. Die Untersuchung solle in den kommenden Tagen veröffentlicht werden.

Die Ernährungslage ist katastrophal

Um eine Hungersnot zu verhindern, verdoppelt das UN-Programm seine Hilfslieferungen. Demnach sollen 14 Millionen Menschen jeden Monat Essensrationen erhalten. Bislang hat das WFP sieben bis acht Millionen Menschen versorgt. Nach den UN-Regeln müssen bestimmte Bedingungen in einem Gebiet mit Lebensmittelknappheit erfüllt sein, um von einer Hungersnot zu sprechen. So muss die tägliche Zahl der Hungertoten auf 10.000 Menschen höher als zwei sein.

Trotz Not und Krieg suchen viele afrikanische Migranten Zuflucht in dem Land. Allein in diesem Jahr werde ihre Zahl auf schätzungsweise 150.000 steigen, erklärte die Internationale Organisation für Migration. Dafür nähmen die Menschen die gefährliche Überquerung des Roten Meeres mit Booten in Kauf. Etwa 90 Prozent von ihnen stammten in diesem Jahr aus Äthiopien, der Rest aus Somalia. 2017 erreichten laut der IOM 100.000 Migranten aus afrikanischen Ländern den Jemen.

Auf der Suche nach Arbeit und Sicherheit

Die Migranten seien auf der Suche nach Arbeit und Sicherheit, erklärte die IOM. Viele von Ihnen seien zu jung, um die Risiken der Migration in den Jemen richtig einzuschätzen. Statt eines besseren Lebens fänden sie Unsicherheit und Gewalt. Etliche Migranten wollen den Angaben nach in andere Länder weiterziehen.

Im Jemen kämpfen die Regierung und eine Militärkoalition unter Führung von Saudi-Arabien gegen Huthi-Rebellen, die vom Iran unterstützt werden. In der kommenden Woche sollen in Schweden Friedensgespräche unter dem Dach der UN stattfinden.



Nach Angaben des Deutschen Roten Kreuzes haben von den 27 Millionen Menschen, die im Jemen leben, rund 18 Millionen nicht genug zu essen. Etwa drei Millionen Frauen und Kinder gelten als akut unterernährt. Rund 15 Millionen Jemeniten haben demnach keinen Zugang zu einfachster medizinischer Versorgung. Die Gewalt mache die Versorgung der Menschen oft unmöglich.

In dem Krieg wurden seit 2015 nach UN-Angaben Tausende Zivilisten getötet und mehr als 10.000 verletzt. UN-Ermittler werfen allen Konfliktparteien das Verüben von Kriegsverbrechen vor. Bei einem Cholera-Ausbruch erkrankten zudem mehr als eine Million Menschen.