Kirchlicher Friedensbeauftragter fordert Ächtung automatischer Waffen

Der Friedensbeauftragte der Evangelischen Kirche in Deutschland, Renke Brahms

© epd-bild/Jürgen Blume

Der Friedensbeauftragte der Evangelischen Kirche in Deutschland, Renke Brahms, plädiert für eine internationalen Ächtung automatischer Waffensysteme.

Kirchlicher Friedensbeauftragter fordert Ächtung automatischer Waffen
Der evangelische Friedensbeauftragte Renke Brahms hat vor den Gefahren einer zunehmenden Digitalisierung und Automatisierung kriegerischer Waffen gewarnt.

"Es ist höchste Zeit, dass es möglichst bald zu einer internationalen Ächtung automatischer Waffensysteme kommt", forderte der Leitende Geistliche aus Bremen aus Anlass der laufenden Ökumenischen Friedensdekade am Donnerstag. "Unsere Antwort auf einen Krieg 3.0 muss Frieden 3.0 sein. Dazu gehört der klare Vorrang für Zivil und Prävention", betonte der Friedensbeauftragte der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD).

Die bundesweite Ökumenische Friedensdekade wird seit 1980 ausgerichtet und steht in diesem Jahr unter dem Leitthema "Krieg 3.0". Sie hat am Sonntag begonnen und soll bis zum Buß- und Bettag am 21. November den Blick auf neue Waffentechnologien wie Drohnen und sogenannte Killerroboter lenken.

Er sei dankbar, dass dieses Thema aufgegriffen worden sei, sagte Brahms. Im August 2017 haben sich seinen Worten zufolge mehr als 100 namhafte IT-Experten in einem offenen Brief an die Vereinten Nationen für ein Verbot von Killerrobotern ausgesprochen: "Mit ihnen würde nach der Erfindung des Schießpulvers und der Atomwaffen die dritte Revolution der Kriegsführung beginnen."

"Die Digitalisierung macht uns auch in unserem Alltag angreifbar", ergänzte Brahms. Kriminelle nutzten diese Möglichkeiten, um staatliche und zivile Infrastrukturen anzugreifen. Darauf müsse die Politik antworten und sich verteidigen. Das sei aber nicht automatisch eine Sache des Militärs. Eine Aufrüstung im Cyber-Raum müsse menschliche Sicherheit im Sinne eines Zivilschutzes in den Fokus rücken.

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