Flüchtlinge nicht Ursache für Rechtsruck in Europa

Rechtsruck in Europa

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Der Füchtlingszuzug ist nicht die Ursache für den allgemeinden Rechtsruck in Europa.

Flüchtlinge nicht Ursache für Rechtsruck in Europa
Der Flüchtlingszuzug ist einer Studie zufolge nicht die Ursache für den wachsenden Erfolg rechtspopulistischer Bewegungen in Europa. Vielmehr wirke Migration nur als Katalysator, heißt es in einer am Dienstag in Berlin vorgestellten Untersuchung des "Mercator Forums Migration und Demokratie" an der Technischen Universität Dresden.
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"Die 'Flüchtlingskrise' hat latente Konfliktlinien in und zwischen den europäischen Gesellschaften offengelegt oder verschärft", sagte Hans Vorländer, der Direktor des interdisziplinären Mercator Forschungszentrums. Die Konfliktlagen in Europa seien vielfältig und könnten nicht auf eine einzige Ursache reduziert werden. Einige Konflikte seien kultureller, andere sozioökonomischer oder politischer Natur.



"Viele der heute aufbrechenden Konflikte waren schon da, fanden aber noch keine Artikulation", unterstrich Vorländer. Die Studie zeige auch, dass der starke Anstieg ein- und durchreisender Flüchtlinge und Migranten nur anfänglich entscheidend für die Mobilisierung einer rechtspopulistischen Anhängerschaft gewesen ist. Heute profitierten rechtspopulistische Parteien vor allem von der nach wie vor hohen Bedeutung des Themas Migration in der Öffentlichkeit. Das stehe nicht mehr in direktem Zusammenhang zu der Zahl der ankommenden Asylsuchenden, sondern werde durch starke Medialisierung und gezielte Politisierung beeinflusst, heißt es in der Studie.

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