Tausende Menschen protestieren gegen Braunkohletagebau

Tausende Menschen protestieren gegen Braunkohletagebau
Aktivisten besetzen Hambach-Bahn
Im rheinischen Braunkohlerevier haben erneut Tausende Menschen gegen die Rodung des Hambacher Waldes und für einen sofortigen Kohleausstieg demonstriert. Rund 6.500 Menschen zogen nach Angaben des Aktionsbündnisses "Ende Gelände" von Düren-Stepprath in Richtung Tagebau Hambach. Zudem kamen im Dürener Stadtteil Buir rund 3.000 Menschen zusammen, die zum Hambacher Forst marschierten.

Zahlreiche Aktivisten besetzten nach Angaben der Aachener Polizei die Hambach-Bahn, die die RWE-Kraftwerke in Niederaußem, Frimmersdorf und Neurath mit Braunkohle aus dem Tagebau Hambach versorgt. Die Besetzung eines Kohlebaggers im Tagebau konnte die Polizei beenden. 38 Aktivisten seien in Polizeigewahrsam genommen worden, sagte eine Sprecherin dem Evangelischen Pressedienst (epd). Eine zwischenzeitliche Sperrung der A4 im Kreuz Kerpen konnte wieder aufgehoben werden, nachdem Aktivisten Polizeiketten durchbrochen hatten. Der Verkehr in beide Richtungen wurde wieder freigegeben. Einen Versuch von Umweltschützern, in den Tagebau Inden, zwischen Eschweiler und Jülich gelegen, einzudringen, verhinderte die Polizei. Nach Aussage des Aktionsbündnisses "Ende Gelände" sollen die Proteste am Sonntag fortgesetzt werden sollen. 



Bei der Kundgebung von Umweltgruppen in Buir forderten unter anderem Vertreter der Bürgerinitiative "Bürger für Buir", der Organisation Campact und von "Ende Gelände", dass eine Kohleausstieg unverzüglich erfolgen müsse, um den Klimawandel einzudämmen. Aufgerufen zu der Demonstration hatten neben der Campact und der Bürgerinitiative auch 350.org, die NaturFreunde Deutschlands und das Umweltinstitut München. Die Polizei warnte über die sozialen Netzwerke vor den Gefahren, die an der Abbruchkante zum Tagebau am Hambacher Forst den Aktivisten drohen können. Da sich schon ein Teil des Bodens gelöst habe, bestehe Lebensgefahr, betonte eine Sprecherin. Die Polizei hatte bereits im Vorfeld verdeutlicht, dass sie personell nicht in der Lage sei, das gesamte Abbaugelände abzusperren. Im Bus- und Bahnverkehr kam es zu erheblichen Behinderungen. Medienberichten zufolge hat die Polizei Wasserwerfer eingesetzt, als Aktivisten über die gesperrte Autobahn in Richtung Tagebau Hambach liefen. 

 

Der Hambacher Forst im nordrhein-westfälischen Kreis Düren gilt als Symbol des Widerstands gegen den Kohle-Abbau. Die RWE Power AG wollte eigentlich ab dem 14. Oktober die Hälfte des noch stehenden Hambacher Forsts für den Tagebau roden. Das Oberverwaltungsgericht Münster verhängte jedoch einen Rodungsstopp, bis über eine Klage des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) gegen den Hauptbetriebsplan des Tagebaus entschieden ist. Der Tagebau Hambach umfasst ein 85 Quadratkilometer großes Abbaufeld, in dem RWE bis 2040 insgesamt 2,4 Milliarden Tonnen Braunkohle abbauen will.

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