UN: Migration darf keine Notwendigkeit sein

UN: Migration darf keine Notwendigkeit sein
Die UN-Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation (FAO) hat die Staatengemeinschaft zu einer wirksameren Bekämpfung von Fluchtursachen aufgerufen. "Das Ziel muss sein, Migration zu einer Alternative, nicht zu einer Notwendigkeit zu machen", erklärte FAO-Generaldirektor José Graziano da Silva in einem am Montag in Rom veröffentlichten Bericht über Ernährung und Landwirtschaft. Bisherige Zwänge zur Migration könnten mit Hilfe von Entwicklungs-, Wirtschafts- und Landwirtschaftspolitik bekämpft werden.
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Der FAO-Bericht forderte mehr Bemühungen um Frieden und um eine Stärkung der Widerstandsfähigkeit der einzelnen Bevölkerungen. So seien Gemeinschaften besser auf Krisensituationen vorbereitet, und die Menschen seien nicht mehr zur Migration gezwungen.

Anders als öffentlich wahrgenommen übersteige die Binnenmigration mit rund einer Milliarde Menschen in Entwicklungsländern die Zahl derjenigen, die vor Armut, Verfolgung und Konflikten ins Ausland flüchten, hieß es. Investitionen in die Landwirtschaft in ländlichen Gebieten, aus denen 80 Prozent der Migranten in Entwicklungsländern stammen, könnten den Migrationsdruck mindern.



Arme Länder mit einem gewissen Grad an Entwicklung sollten dem Bericht zufolge verstärkt in Verbindungen zwischen ländlichen Gebieten und mittleren Städten investieren, um Bleibeperspektiven für die Menschen zu eröffnen. Viele Migranten suchten zunächst nach Arbeitsmöglichkeiten in anderen Regionen des eigenen Landes, bevor sie ins Ausland gingen, betonten die Autoren. Demnach ist die Wahrscheinlichkeit einer Auswanderung ins Ausland bei Bewohnern aus besonders armen Ländern nach einer Binnenmigration fünf Mal höher als bei anderen Bewohnern des gleichen Landes.

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