Ethikratsvorsitzender für Kostenübernahme von Bluttests

Forderung , dass Blutuntersuchung auf das Down-Syndrom künftig von den gesetzlichen Krankenversicherung bezahlt wird.

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Die "Präna-Tests" sollen über eine vorgeburtliche Blutentnahme Aufschluss über eine mögliche Erkrankung des Kindes an Trisomie 21 geben.

Der Vorsitzende des Deutschen Ethikrates, Peter Dabrock, hat sich dafür ausgesprochen, dass die Blutuntersuchung auf das Down-Syndrom künftig von den gesetzlichen Krankenversicherung bezahlt wird.

Man müsse akzeptieren, dass Eltern Klarheit über den Gesundheitszustand ihre Kindes haben wollten, sagte Dabrock dem "Redaktionsnetzwerk Deutschland" (Freitag). Der Bluttest habe im Unterschied zu den herkömmlichen Untersuchungsmethoden keine Nebenwirkungen.

Dabrock begrüßte zwar den Wunsch von Bundestagsabgeordneten, die Frage vorgeburtlicher Gentests im Bundestag zu diskutieren. Dabei dürfe aber nicht die Frage der Kostenübernahme im Mittelpunkt stehen. Vielmehr müsse es darum gehen, wie Behinderte noch besser gefördert und integriert werden könnten. "Empörungsdebatten gegen Gentests helfen niemandem, auch Menschen mit Behinderung nicht."



An diesem Freitag will eine Gruppe von Bundestagsabgeordneten von Union, SPD, FDP, Grünen und Linkspartei ihre Argumente gegen eine Kostenübernahme vorstellen. Sie fordern eine Debatte darüber im Bundestag. Seit 2012 können Schwangere mit einem einfachen Bluttest feststellen lassen, ob ihr Kind mit dem Down-Syndrom geboren wird. Das höchste Entscheidungsgremium der gesetzlichen Krankenversicherung steht vor einer Entscheidung darüber, ob die Untersuchung Kassenleistung wird.