Theologe kritisiert Palästinenser-Schau in Kirche

Flagge von Palästina

Foto: Comugnero Silvana/stock.adobe

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Theologe kritisiert Palästinenser-Schau in Kirche
Der württembergische Pfarrer Michael Volkmann hat die geplante Ausstellung "Nakba" in der evangelischen Kirchengemeinde Heiningen bei Göppingen kritisiert. Die Schau, die die Vertreibung von Palästinensern nach der Staatsgründung Israels darstellt, enthalte antijüdische Vorurteile, sachliche Fehler und selektive Zitate, sagte Volkmann am Freitag dem Evangelischen Pressedienst (epd).
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Der Theologe leitet das Evangelische Pfarramt für das Gespräch zwischen Christen und Juden in der württembergischen Landeskirche und meint: "Diese Ausstellung sollte nirgends mehr gezeigt werden, weder in säkularen noch in kirchlichen Räumen und schon erst recht nicht in sakralen."

Die Ausstellung sollte weder in säkularen noch sakralen Räumen gezeigt werden


Volkmann weist darauf hin, dass laut neuer historischer Forschung nicht mehr als die Hälfte der Flüchtlinge von den Israelis vertrieben wurde. Die anderen seien vor allem infolge des Krieges der arabischen Palästinenser und der arabischen Nachbarstaaten gegen Israel geflüchtet. Die Ausstellung "Die Nakba - Flucht und Vertreibung der Palästinenser 1948" mache dagegen den jüdischen Staat alleine für die Vertreibung verantwortlich.

Außerdem werde auf den Informationstafeln behauptet, arabische Truppen hätten die von der UNO empfohlenen Grenzen des jüdischen Staates nicht überschritten. Tatsächlich hätten aber irakische Truppen unmittelbar nach der Staatsgründung Israels den Jordan überquert. Die Israelis hätten zwei Wochen nach ihrer Staatsgründung weniger als die Hälfte der Landfläche kontrollieren können, die ihnen die UNO zugesprochen habe.



Der Theologe erinnert daran, dass sämtliche Bemühungen um eine Lösung zwischen Juden und Muslimen damals von der arabischen Seite torpediert worden seien. Araber, die sich für den Dialog einsetzten, seien schon vor der Staatsgründung von Gefolgsleuten ihrer islamischen Führer, der Muftis, ermordet worden. Die Ausstellung verschweige auch die Rolle des Jerusalemer Muftis Hadsch Amin el-Husseini, der ein Naziverbrecher gewesen sei und die Ermordung Tausender jüdischer Kinder im KZ betrieben habe.

"Diese Ausstellung braucht ein grundsätzlich neues Konzept", fordert Volkmann. Die Heininger Michaelskirche zeigt "Nakba" vom 11. bis 21. November. Die Schau ist eingebettet in eine ökumenische Friedenswoche.

Antisemitismus-Vorwurf steht im Raum

Erst im September hatte die Ausstellung im Haus der Katholischen Kirche in Stuttgart und in der Evangelischen Akademie Bad Boll für eine Kontroverse gesorgt. Die Deutsch-Israelische Gesellschaft nannte sie "antisemitisch". Der Antisemitismus-Beauftragte der baden-württembergischen Landesregierung kritisierte ihre Einseitigkeit.

Die Veranstalter vertraten dagegen die Ansicht, die palästinensische Sicht der Ereignisse von 1948 sei in Deutschland im Gegensatz zur israelischen zu wenig bekannt. Unterstützt wurde die Schau von einem Bündnis christlicher Organisationen, etwa von der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) in Baden-Württemberg und der katholischen Initiative Pax Christi.

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