Wo die Schwimm-Schweine leben

Eine Mitarbeiterin mit dem Schwimm-Schwein auf Landgang auf dem Erlebnisbauernhof Auhof bei Nürnberg.

Foto: Rummelsberger Diakonie

Eine Mitarbeiterin mit dem Schwimm-Schwein auf Landgang auf dem Erlebnisbauernhof Auhof bei Nürnberg.

Wo die Schwimm-Schweine leben
Der Erlebnisbauernhof Auhof sucht Tierpaten für seine Bewohner
Umgeben von Feldern und Wiesen liegt ein Erlebnisbauernhof, der Teil der Auhof-Werkstätten der Rummelsberger Diakonie ist. Den Hof bewirtschaften Menschen mit und ohne Behinderung gemeinsam. So manchen tierischer Bewohner des Auhofes sieht man nur selten auf einem Bauernhof.
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Wenn es lauthals "Ines" über den Auhof auf dem Erlebnisbauernhof bei Hilpoltstein schallt, dann drehen sich möglicherweise gleich zwei um - das wenige Wochen alte Fohlen und die Chefin der Werkstätten der Rummelsberger Diakonie selbst. Ines Halbauer ist Tierpatin des jungen Pferds. Ein Modell, für das Nachahmer gesucht werden.

Diakon Simon Lenk freut sich über jeden Tierpaten für seine seltenen Bauernhoftiere.

"Futter, tierärztliche Betreuung und der Unterhalt der Stallungen kosten einfach sehr viel Geld", erklärt Diakon Simon Lenk. Mit einer regelmäßigen Spende könne der Tierpate dazu beitragen, dass das Team von Menschen mit und ohne Behinderung die rund 50 Tiere besser versorgen kann. Ganz nebenbei baue er auch eine persönliche Beziehung zu einem Tier auf, das er regelmäßig besuchen könne. Ideal also für Menschen, die sich kein Haustier halten können.

Die Staffelung geht dabei nach Größe: Für Hühner und Gänse werden etwa fünf Euro pro Monat veranschlagt; Schweine, Schafe und Ziegen kosten zehn Euro. 15 sollten es für Pferde und Esel sein, für 20 Euro wird man "Projekt-Pate" wie Ines Halbauer. "Ich besuche meine Namensvetterin regelmäßig", sagt sie und streichelt dem Fohlen-Mädchen über die Mähne.

Wenn die Patin nicht da ist, kümmern sich die rund 30 Auhof-Mitarbeiter um die Tiere. Menschen mit geistiger Behinderung finden auf dem Auhof eine sinnvolle Beschäftigung, die gleichsam als Therapie dient. Daneben sind hier auch Menschen ohne Handicap angestellt. "Inklusion findet bei uns praktisch ganz anders statt. Hier kommen nicht die Behinderten unter die Nicht-Behinderten, sondern umgekehrt", meint Simon Lenk. Diese bunte Mischung fällt dem Gast des Auhofs meist auch erst auf den zweiten Blick auf: "Alles ganz normal." 

Sundheimer Hühner sind selten und gelten als stark im Bestand gefährdet.

Auch manche tierische Bewohner des Auhofs sind besonders. Hier leben nach dem "Arche-Prinzip" Tier-Rassen, die als "unwirtschaftlich" gelten und vom Aussterben bedroht wären. Wie der Turopolje-Eber Ajax, ein rosa und schwarz geflecktes Schwergewicht, das es liebt, mit seinen Sauen Mona und Lisa eine Runde schwimmen zu gehen. Das hat der Rasse den Namen "Schwimm-Schweine" eingebracht. Auch die Edelziegen Emma und Hörni, die sogenannten Sundheimer Hühner mit ihren Federn auf den Füßen und die Esel E.T. und Summer, eine Kreuzung aus Malteser- und Hausesel, hätten es auf dem "freien Tiermarkt" schwer.

Über alle wacht Hofhündin Mira, eine geduldige Dame, die zu den Landseern gehört, auch als Therapiehund eingesetzt wird und die Bernhard und Edeltraud Hanisch gehört, die den Erlebnisbauernhof leiten. Der Eintritt und der Zugang zu den Stallungen und der gesamten Anlage sind frei, die Atmosphäre locker.

Auf dem großen, modernen Spielplatz können sich die kleinen Besucher austoben.

Auch wenn der große Spielplatz und der erst zwei Jahre alte Veranstaltungssaal modern wirken - alles hier ist über viele Jahre gewachsen: Die Ursprünge des Erlebnisbauernhofs gehen auf einen jahrhundertealten Schafhof zurück, um den in den 1920er-Jahren das protestantische Kinder- und Erziehungsheim Auhof sowie die Gärtnerei entstanden. In den 1960er-Jahren kamen die Werkstätten hinzu, der 1993 ins Leben gerufene heilpädagogische Tierhof ist seit 2011 ein Erlebnisbauernhof. Das Einzugsgebiet des Erlebnisbauernhofs reicht von der Nürnberger Metropolregion bis nach Ingolstadt.