Prüfdienst mitschuldig an Fabrikbrand in Pakistan

Feuer in Fabrik in Pakistan

Foto: Sajjad/Xinhua/dpa

Die Feuerwehr löscht mit einem Kran ein Feuer in einer Fabrik im Nordosten Pakistans. Mehrere Fabrikarbeiter wurden durch das Feuer, dass in einer Produktionseinheit ausbrach, verletzt.

Sechs Jahre nach dem Brand in einer Textilfabrik in Pakistan mit mehr als 250 Toten nehmen Menschenrechtler ein Unternehmen zur Vergabe von Sicherheitssiegeln in die Verantwortung. Die Organisation "European Center for Constitutional and Human Rights" (ECCHR) reichte nach eigenen Angaben eine sogenannte OECD-Beschwerde gegen den italienischen Prüfdienst ein, der die pakistanische Fabrik nur drei Wochen vor dem verheerenden Brand mit dem internationalen Güte-Siegel SA 8000 zertifiziert habe. Dieses soll hohe Sicherheitsstandards garantieren.

Die Beschwerde gegen das Unternehmen Rina sei in Zusammenarbeit mit anderen Organisationen bei der Kontaktstelle der OECD (Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung) in Italien eingereicht worden, teilte das ECCHR am Dienstag in Berlin mit. Als das Feuer am 11. September 2012 ausbrach, waren unter anderem Notausgänge verschlossen. Wahrscheinlich konnte sich das Feuer wegen der beengten Verhältnisse in der Fabrik und der Lagerung leicht entzündlicher Textilien rasch ausbreiten.

"Hätte Rina seine Arbeit ordnungsgemäß gemacht, hätte der Tod Hunderter Menschen verhindert werden können", betonte die Menschenrechtsorganisation. "Das Versagen von Rina, gravierende Mängel bei Brandschutz und Fluchtwegen aufzudecken und darauf zu reagieren, zeigt einmal mehr, dass das System von Prüfdiensten und Zertifizierungen nichts taugt", erklärte ECCHR-Mitarbeiterin Carolijn Terwindt.

Die OECD muss nun prüfen, ob der Prüfdienst mit der Vergabe des Siegels an die pakistanische Fabrik, in der auch der deutsche Discounter Kik produzieren ließ, gegen die Leitsätze für multinationale Unternehmen verstoßen hat. Eine Rüge hätte zwar keine unmittelbaren finanziellen Konsequenzen für das Unternehmen, würde sich aber auf das Image von Rina niederschlagen. Kik beispielsweise wolle künftig Prüfdienstleister und Zertifizierer stärker in die Pflicht nehmen, erklärte das ECCHR.

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