Bethel zieht positive Bilanz des Jahres 2017

Das neue Kinder- und Jugendhospiz Bethel in Bielefeld. Das Kinderhospiz ist eines der größten Spendenprojekte Bethels der vergangenen Jahre.

epd-bild/Reinhard Elbracht

Das 150. Jubiläumsjahr hat den v. Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel die höchsten Spendeneinnahmen seiner Geschichte beschert. Das Kinderhospiz ist eines der größten Spendenprojekte Bethels der vergangenen Jahre.

Bethel zieht positive Bilanz des Jahres 2017
Das diakonische Unternehmen Bethel verzeichnet das höchste Jahresergebnis seiner Geschichte. Der Bethel-Vorstand warnt jedoch, dass der positive Trend nicht von Dauer sein wird. Die Rahmenbedingungen würden schlechter.

Das 150. Jubiläumsjahr im vergangenen Jahr hat den v. Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel das höchste Jahresergebnis und die höchsten Spendeneinnahmen seiner Geschichte beschert. Das Jahresergebnis in Höhe von rund 12,8 Millionen Euro sei annähernd eine Verdoppelung des Vorjahresergebnisses, sagte der stellvertretende Vorstandsvorsitzende Rainer Norden am Dienstag in Bielefeld. "Wir glauben aber nicht, dass wir ein solches Ergebnis noch mal erzielen können", sagte Norden. Die Refinanzierung der diakonischen Arbeit bleibe schwierig. Neue gesetzliche Anforderungen machten zudem auch höhere Investitionen nötig.

Die Gesamterträge stiegen leicht von 1,14 Milliarden Euro auf 1,24 Milliarden Euro. Der Zuwachs geht laut dem Finanzvorstand Norden auf die Ausweitung der Arbeit Bethels mit neuen Einrichtungen zurück. Weitere Gründe seien die Zunahme der Fachleistungsstunden in der Betreuung und die hohe Zahl von Berechnungstagen im stationären Bereich. Alle Gelder würden direkt in die diakonische Arbeit fließen.

Die Sachinvestitionen lagen mit 78,1 Millionen Euro um rund zwei Millionen Euro leicht unter der Summe des Vorjahres. Schwerpunkt dabei seien neue Wohnangebote in allen Regionen, die Weiterentwicklung von Akutkrankenhäusern und der Werkstätten für behinderte Menschen. Die Zahl der Mitarbeiter stieg zum Ende des vergangenen Jahres auf 19.052 (Vorjahr: 18.449). Um Fachkräfte für Bethel zu gewinnen werden die Stiftungen Bethel-Chef Ulrich Pohl zufolge die Werbung verstärken und die Zahl ihrer Ausbildungsplätze aufstocken.

Die Spenden und Nachlässe haben im vergangenen Jahr mit 62,7 Millionen Euro - ein Zuwachs von rund zehn Millionen Euro - einen neuen Höchststand erzielt, wie Pohl erklärte. Damit werden viele Vorhaben ermöglicht, die sonst nicht zu finanzieren wären.

Das Evangelische Klinikum Bethel erzielte ein positives Gesamtergebnis von 1,8 Millionen Euro. Die Fallzahlen seien mit 170.000 leicht gestiegen, erklärte der Finanzvorstand Norden. Mit rund 1.755 Betten und 4.600 Beschäftigten sei es das größte einzelne evangelische Krankenhaus in Deutschland, erläuterte Norden. Zum Jahresbeginn werde dort die Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie eröffnet.

Show des "Circus Roncalli"

Als großes Projekt kündigte Pohl ab 2019 den Beginn des Neubaus des Kinderzentrums Bethel an. Das neue Kinderzentrum soll die gesamte Behandlung und Diagnostik unter einem Dach bündeln. Das Zentrum soll auf rund 10.000 Quadratmetern 96 Betten, jeweils mit Elternbetten, sowie 40 Intensivbetten bieten. Im Jahr 2022 soll die Klinik fertig sein. Das heutige Kinderzentrum stamme aus den 1970er Jahren und entspreche nicht mehr dem heutigen Versorgungsstandard.

Bethel Chef Pohl zog eine positive Bilanz des Jubiläumsjahres zum 150-jährigen Bestehen des diakonischen Unternehmens. Das Jubiläum habe Bethel genutzt, um auf die Lebenslagen und Bedürfnisse von behinderten Menschen aufmerksam zu machen. Höhepunkt des Festjahres war unter anderem die Show des "Circus Roncalli" mit behinderten und nichtbehinderten Menschen.

Die v. Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel zählen zu den größten diakonischen Werken Europas. Rund 230.000 Menschen hat das diakonische Werk nach Angaben des Vorstands im vergangenen Jahr behandelt, betreut oder ausgebildet.

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