Proteste gegen "Identitäre Bewegung" in Dresden

Proteste gegen "Identitäre Bewegung" in Dresden
Bei einem Treffen der rechtsextremen "Identitären Bewegung" in der sächsischen Landeshauptstadt haben Versammlungsteilnehmer Fotojournalisten bedrängt. Alles in allem sei es jedoch friedlich geblieben.

In Dresden haben am Samstag auf verschiedenen Veranstaltungen mehrere hundert Menschen gegen ein Treffen der rechtsextremen "Identitären Bewegung" protestiert. Die Polizei bilanzierte einen grundsätzlich friedlichen Verlauf des Demonstrationsgeschehens.

Verdacht der Nötigung

Auf dem abgezäunten Veranstaltungsgelände der Identitären kam es laut Polizei zu einem Übergriff auf Fotojournalisten durch Versammlungsteilnehmer. Die Polizei ging nach eigenen Angaben dagegen vor und leitete gegen sechs Personen Ermittlungen wegen des Verdachts der Nötigung ein. Sie sollen die Pressevertreter bedrängt und eine Kamera mit Händen verdeckt haben.

Für Seenotrettung und gegen Abschottung

An einer Demonstration der Bewegung "Seebrücke Dresden" für Seenotrettung im Mittelmeer und gegen eine Abschottung Europas beteiligten sich nach Angaben der Veranstalter etwa 700 Menschen. Die Polizei machte keine Angaben zur Zahl der Teilnehmer. Der Umzug richtete sich auch gegen die neurechte "Identitäre Bewegung Deutschland", die sich auf der sogenannten Cockerwiese in der Nähe des Hygiene-Museums versammelt hatte. Dort kamen einige hundert Menschen zusammen.

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Auch mehrere Dresdner Kulturinstitutionen beteiligten sich an den Protesten. Unter dem Motto "So klingt Dresden" luden unter anderem die Dresdner Musikfestspiele, das Staatsschauspiel und die Dresdner Philharmonie zu Platzkonzerten in der Innenstadt ein. Damit sollte ein Zeichen für Toleranz, Empathie und eine freundliche Kommunikation gesetzt werden. Zudem waren Dresdner vor dem Kulturpalast zum gemeinsamen Singen mit der Philharmonie und Chören der Stadt eingeladen. Im Deutschen Hygiene-Museum fand eine Konferenz mit dem Titel "Gemeinsam Demokratie gestalten" statt.

Die Polizei leitete gegen einen minderjährigen Ordner bei der Kundgebung der Identitären ein Ermittlungsverfahren ein unter anderem wegen unerlaubter Schlagschutzhandschuhe und wegen eines Tierabwehrsprays. Gegen einen 22-Jährigen wird wegen eines sichtbaren Runentattoos auf dem Arm ermittelt.