UNHCR: Italien muss "Diciotti"-Flüchtlinge an Land lassen

UNHCR: Italien muss "Diciotti"-Flüchtlinge an Land lassen
Die Vereinten Nationen haben die italienische Regierung aufgerufen, die gut 150 Flüchtlinge an Bord der "Diciotti" umgehend an Land zu lassen.

Zugleich müssten sich die EU-Mitgliedsstaaten dringend bereiterklären, die aus dem Mittelmeer geretteten Menschen aufzunehmen und ihnen ein Asylverfahren zu garantieren, forderte der UN-Hochkommissar für Flüchtlinge, Filippo Grandi, am Samstag in Genf. Flüchtlinge dürften nicht länger hin und her verschoben werden, während sich Staaten einen Wettbewerb darum lieferten, wer am wenigsten Verantwortung für Schiffbrüchige im Mittelmeer übernehme.

Grandi äußerte sich besorgt über die jüngst immer häufiger getroffenen Ad-hoc-Entscheidungen, die wie im Fall der "Diciotti" auf Kosten der Flüchtlinge gingen. Der Beschluss der EU-Staats- und Regierungschefs vom Juni, sich gemeinsam um Bootsflüchtlinge auf europäischem Boden zu kümmern, müsse mittels verbindlicher Abkommen umgesetzt werden. Der Italiener Grandi sagte, die derzeitige Politik gefährde Menschenleben. Seit Jahresbeginn seien schon mehr als 1.600 Menschen im Mittelmeer ertrunken.



Die Bootsflüchtlinge auf dem italienischen Militärschiff "Diciotti" waren am 16. August gerettet worden. Erst nach tagelanger Irrfahrt hatte Italiens Transportminister dem Schiff am Montag die Genehmigung erteilt, in den sizilianischen Hafen Catania einzulaufen. Seitdem durften nur 27 Kinder und Jugendliche das Schiff verlassen, der Rest muss an Bord bleiben. Einige Bootsflüchtlinge waren am Freitag in den Hungerstreik getreten. Die rechtspopulistische Regierungskoalition in Rom drohte, Zahlungen an die EU einzustellen, sollten die Mitgliedsstaaten sich nicht zur Aufnahme der Flüchtlinge bereiterklären.

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