30 Jahre nach Gladbeck: Gedenken am Grab von Silke Bischoff

Dem Opfer Silke Bischoff vom Geiseldrama in Gladbeck wird gedacht.

Foto: Onkel Dittmeyer/CC BY-SA 4.0/https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/Wikimedia Commons

Am 30. Jahrestag des Geiseldramas von Gladbeck am Donnerstag wird es am Grab des Opfers Silke Bischoff eine offizielle Gedenkveranstaltung geben.

30 Jahre nach Gladbeck: Gedenken am Grab von Silke Bischoff
Am 30. Jahrestag des Geiseldramas von Gladbeck am Donnerstag wird es am Grab des Opfers Silke Bischoff in Heiligenrode bei Bremen eine offizielle Gedenkveranstaltung geben. Dazu werden nach Angaben der Staatskanzlei des Landes Nordrhein-Westfalen hochrangige Politiker erwartet.

So wollen der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Armin Laschet (CDU), der Bremer Bürgermeister Carsten Sieling und die Ministerin für Bundes- und Europaangelegenheiten und Regionale Entwicklung des Landes Niedersachsen, Birgit Honé (beide SPD), das Grab besuchen und Kränze niederlegen. Nach einem Banküberfall im Gladbecker Stadtteil Rentfort-Nord nahmen am 16. August 1988 Dieter Degowski und Hans-Jürgen Rösner Geiseln. Sie flüchteten mit ihnen durch Nordrhein-Westfalen, Bremen und Niedersachsen sowie die Niederlande.

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Im März hatte die ARD einen Zweiteiler gesendet, der nach dem Buch von Holger Karsten Schmidt chronologisch von der Geiselnahme in der Gladbecker Bank und von den 54 Stunden danach erzählt. Gedreht wurde an Originalschauplätzen. Original erhaltene Dialoge zwischen den Entführern und der Polizei wurden von den Schauspielern nachgesprochen. Zentrales Thema war dabei auch der historische Sündenfall der Medien, der mit Fehlern der Polizei eng verzahnt war: Ganz Deutschland verfolgte damals die Flucht der zwei Bankräuber mit ihren Geiseln durch West- und Norddeutschland. Foto- und TV-Reporter lieferten spektakuläre Bilder und Interviews. O-Töne der Gangster wurden ungefiltert gesendet.

Ein Polizist und zwei Geiseln, der 15-jährige Emanuele De Giorgi und die 18-jährige Silke Bischoff, kamen bei der Verfolgungsjagd ums Leben. Während mit einer Entlassung von Rösner in naher Zukunft nicht zu rechnen ist, kam Dieter Degowski am 15. Februar frei. Der 61-Jährige erhielt eine neue Identität, die ihm ein Leben in der Anonymität ermöglichen soll.