Kirche fordert Regierung zu Annahme von Atomwaffenverbot auf

Kirche fordert Regierung zu Annahme von Atomwaffenverbot auf
Kirchliche Friedensaktivisten protestierten heute am Bundeswehr-Fliegerhorst in Büchel gegen Atomwaffen.

Der evangelische Friedensbeauftragte Renke Brahms hat an die Bundesregierung appelliert, sich dem Atomwaffensperrvertrag anzuschließen. Es müsse alles dafür getan werden, dass die letzten Atomwaffen aus Deutschland abgezogen werden, sagte der Theologe am Samstag in Büchel. In seiner Predigt zum Aktionstag von Friedensaktivisten am rheinland-pfälzischen Luftwaffenstützpunkt sagte er: "Wir wehren uns gegen ein 'Weiter so' auf dem Weg der atomaren Abschreckung und Aufrüstung durch Modernisierung dieser schrecklichen, unvorstellbar zerstörerischen Massenvernichtungswaffen."  

Es sei wichtig, die alten Denkmuster der atomaren Abschreckung zu überwinden, sagte der Friedensbeauftragte des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD). "Was mit den B- und C-Waffen gelungen ist, muss auch mit den Atomwaffen durchgesetzt werden. Wer sie besitzt, mit ihnen droht oder gar einsetzt, begeht ein Verbrechen gegen die Menschheit." Auf dem Fliegerhorst werden 20 US-amerikanische Atombomben vermutet. 


Etwa 500 Menschen waren dem Aufruf von Aktivisten aus sieben evangelischen Landeskirchen und der katholischen Friedensorganisation Pax Christi gefolgt, um bei einem Aktionstag am Luftwaffenstützpunkt ihre Stimme für ein Verbot und eine weltweite Ächtung von Atomwaffen zu erheben. 

Symbolisch wurde ein Schreiben an Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) unterzeichnet. "Wir müssen die Bundesregierung weiterhin fragen, warum sie nicht an den Verhandlungen teilnahm. Und wir müssen dafür sorgen, dass alle, die Ohren haben, auch hören können: Atomwaffen, nukleare Abschreckung und nukleare Teilhabe sind unser selbstverschuldetes Gefängnis", sagte der Programmdirektor des Ökumenischen Rates der Kirchen für Friedensförderung und Abrüstung in Genf, Jonathan Frerichs.

Meldungen

Top Meldung
Tipps der EKHN gegen Coronavirus in der Kirche.
Die EKD sieht angesichts der derzeit bekannten Coronavirus-Fälle in Deutschland keinen Grund zu übertriebener Sorge oder gar zur Panik. "Trotzdem wird es viele Menschen geben, die sich Sorgen machen, wenn sie am Abendmahl teilnehmen", sagte ein EKD-Sprecher.