Gauck: Deutschland hat in der Flüchtlingsfrage nicht versagt

 Joachim Gauck, Bundespräsident a.D., war im Rahmen des Stadtkirchentages auf dem Neuen Markt und im Rathhaus von Rostock zu Gast.

Foto: Danny Gohlke/dpa-Zentralbild/dpa

Joachim Gauck, Bundespräsident a.D., war im Rahmen des Stadtkirchentagesbei bei einer der Podiumsdiskussion "Politik und Religion - Welche Rolle spielt das Christentum in der Politik?" im Rostocker Rathaus zu Gast.

Gauck: Deutschland hat in der Flüchtlingsfrage nicht versagt
Deutschland hat nach Ansicht von Alt-Bundespräsident Joachim Gauck in der Flüchtlingsfrage nicht versagt. Das Land habe sehr viele Flüchtlinge aufgenommen, "auch von denen, die keine Legitimation haben, hier zu sein", sagte Gauck am Samstag auf dem Ökumenischen Stadtkirchentag in Rostock. Er wünsche allen Flüchtlingen ein besseres Leben, "aber die Regierung hat den Auftrag, dass das Land regierbar bleibt".

Als Christ stehe man in dem Dilemma, sich in seinem Handeln am Evangelium orientieren zu wollen, sagte Gauck weiter. "Aber in der Welt der Politik ist das Handeln oft stark eingeschränkt." Mit Unverständnis betrachte er allerdings die Situation im Nachbarland Polen. "Da fragst Du Dich doch: ein so christliches Land und kein einziger Flüchtling?"

Als Grund für eine ablehnende Haltung gegenüber Flüchtlingen sieht der ehemalige Rostocker Pastor die Furcht vor Überfremdung. Viele Menschen in Deutschland und auch in den ehemaligen sozialistischen Ländern hätten "Angst, sie selbst könnten zu kurz kommen". Gauck war von 2012 bis 2017 Bundespräsident. 


Mehr als 1.000 Menschen waren in Rostock zum Stadtkirchentag unter dem Motto "Sehnsucht nach Mehr" anlässlich des 800-jährigen Stadtjubiläums gekommen. Es sei sichtbar geworden, welch unverzichtbaren Beitrag Christen für die Stadtgesellschaft leisten, bilanzierte Ökumene-Pastor Tilman Jeremias. Neben einem Bühnenprogramm mit Musik, Theater und Gebet wurde im gesamten Stadtzentrum Konzerte, Workshops, Bibelarbeiten, Podiumsdiskussionen und Foren angeboten. 

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