Friedensarbeit kritisiert Selbstdarstellung der Bundeswehr

Bundeswehr

Foto: Stefan Sauer/dpa-Zentralbild/dpa/Stefan Sauer

Soldaten in der Grundausbildung marschieren.

Friedensarbeit kritisiert Selbstdarstellung der Bundeswehr
Die evangelische Friedensarbeit hat die Bundeswehr für ihre Selbstdarstellung bei Landesfesten und dem "Tag der Bundeswehr" kritisiert.

"Die Bundeswehr ist kein gewöhnlicher Arbeitgeber, und das muss auf solchen Veranstaltungen deutlich werden", sagte der Geschäftsführer der Evangelischen Arbeitsgemeinschaft für Kriegsdienstverweigerung und Frieden (EAK), Wolfgang Burggraf, am Mittwochabend in Bonn. Stattdessen präsentiere sie sich etwa als Umweltschützer, Feuerwehr oder Entwicklungshelfer. Dies verharmlose den Auftrag der Bundeswehr und die damit verbundenen Gefahren, betonte er.

Der Geschäftsführer der Aktionsgemeinschaft Dienst für den Frieden (AGDF), Jan Gildemeister, ergänzte: "Die Bundeswehr versteht sich als Armee im Einsatz." Dazu gehörten Kriegseinsätze und "dafür trainieren Soldatinnen und Soldaten das Töten von Menschen". Das komme in den Selbstdarstellungen nicht vor. Ziel sei es wohl eher, die Bundeswehr in einem guten Licht dastehen zu lassen und Jugendliche für die Armee zu werben, erklärte er. Die EAK ist Teil der Friedensarbeit der evangelischen Kirche und beschäftigt sich mit Fragen der Friedensethik, Friedenstheologie, Friedenspolitik und Friedenspädagogik.

Mehr zu Bundeswehr
Bundeswehr-ISAF-Schutztruppe in Mazar-e Sharif
Mit einer Evakuierungsmission endete vor knapp drei Monaten der Bundeswehreinsatz in Afghanistan. Die evangelische Kirche fordert nun eine Aufarbeitung. Der frühere Wehrbeauftragte Robbe sieht die Bundesrepublik weiter in der Verantwortung.
Thomas Bretz-Rieck
Der Militärpfarrer Thomas Bretz-Rieck hat Soldat:innen der Bundeswehr beim Evakuierungseinsatz in Afghanistan begleitet. Im Interview schildert er, warum dieser Einsatz auch emotional eine besondere Herausforderung war.