Kritik an geplanter Beschaffung von Kampfdrohnen

Kritik an geplanter Beschaffung von Kampfdrohnen
Die geplante Anmietung neuer Kampfdrohnen für die Bundeswehr stößt bei der Opposition im Bundestag auf scharfe Kritik. Der "völkerrechtswidrige Einsatz" von Kampfdrohnen durch viele andere Nationen habe die Kriegsführung extrem verändert und immer wieder Konflikte angeheizt, sagte Agnieszka Brugger, stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Grünen im Bundestag, der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (Donnerstag).

Die Union sei blind für die enormen Risiken von Kampfdrohnen und treibe ihre Beschaffung seit Jahren voran. Die SPD mache nun den Weg für das umstrittene Waffensystem frei, obwohl sie jahrelang beteuert habe, eigentlich dagegen zu sein.

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Der evangelische Militärbischof Bernhard Felmberg hält den Einsatz von Drohnen bei der Bundeswehr für eine logische Folge technischen Fortschritts. Entwicklungen gerade im technischen Bereich könnten durch Verweigerung nur selten aufgehalten werden.
Rüstungsindustrie macht immer mehr gewinne während mehr Menschen hungern.
Hilfsorganisationen wie das evangelische Hilfswerk Brot für die Welt sehen in der anhaltenden Militarisierung der Welt eine alarmierende Entwicklung. Es sei ein Skandal, dass die Umsätze der 25 größten Rüstungsfirmen weltweit stiegen, während Geld für die Hunger-Bekämpfung fehle.


Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) will für 895 Millionen Euro israelische Kampfdrohnen des Typs "Heron TP" für neun Jahre anmieten. Das geht aus einer Vorlage für den Haushaltsausschuss des Bundestags hervor, über die zuerst die "Süddeutsche Zeitung" berichtet hatte. Wenn der Haushaltsausschuss zustimmt, würde die Luftwaffe der Bundeswehr erstmals ein unbemanntes Flugzeug erhalten, das groß genug ist, um auch Waffen zu tragen. Über die Bewaffnung soll aber erst "nach ausführlicher völkerrechtlicher, verfassungsrechtlicher und ethischer Würdigung" gesondert entschieden werden.