Mehr Deutsche besitzen Organspendeausweis

In Deutschland haben immer mehr Menschen einen Organspendeausweis. Wichtigster Grund für eine Ablehnung der Organspende war für 24 Prozent der Befragten, dass sie glauben, als Spender nicht geeignet zu sein.

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In Deutschland haben immer mehr Menschen einen Organspendeausweis. Wichtigster Grund für eine Ablehnung der Organspende war für 24 Prozent der Befragten, dass sie glauben, als Spender nicht geeignet zu sein.

In Deutschland haben immer mehr Menschen einen Organspendeausweis. Die Quote liegt aktuell bei 36 Prozent, wie das Bundesgesundheitsministerium am Montag in Berlin mitteilte. Das seien 14 Prozentpunkte mehr als noch im Jahr 2012.

Die Auseinandersetzung mit dem Thema Organspende müsse zu einer Selbstverständlichkeit werden, sagte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) mit Blick auf den bundesweiten Tag der Organspende am 2. Juni. "Jeder sollte für sich eine Entscheidung treffen und diese auf dem Organspendeausweis dokumentieren", betonte der Minister: "Das sind wir den mehr als 10.000 Menschen schuldig, die auf ein Organ warten." Spahn kündigte weiter an, die Transplantationsbeauftragten in den Kliniken zu stärken und deren Vergütung zu verbessern, damit sich "die Kliniken wirklich um dieses Thema kümmern".

Mehrheit der Befragten hat positive Einstellung zur Organspende

Spahn reagierte auf eine aktuelle repräsentative Befragung der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) zur Organspende unter rund 4.000 Personen in Deutschland im Alter zwischen 14 und 75 Jahren. Darin gaben 84 Prozent der Befragten an, eine positive Einstellung zur Organ- und Gewebespende zu haben. Von den Personen, die eine Entscheidung getroffen haben, stimmen 72 Prozent einer Organ- und Gewebespende nach ihrem Tod zu, 14 Prozent widersprechen ihr, neun Prozent überlassen die Entscheidung lieber einer andere Person.

Wichtigster Grund für eine Ablehnung der Organspende war für 24 Prozent der Befragten, dass sie glauben, als Spender nicht geeignet zu sein. 22 Prozent äußerten mangelndes Vertrauen aufgrund negativer Berichterstattung über die Organentnahmen. Die Personen, die noch keine Entscheidung getroffen haben, begründen das zu 43 Prozent damit, sich bisher zu wenig mit dem Thema beschäftigt zu haben. Mit Blick auf die Befragungsergebnisse sprach die Leiterin der BZgA, Heidrun Thaiss, von einem "immer noch großen Informationsbedarf".

Krankenkassen informieren im zweijährigen Rhythmus über Organspenden

Das Transplantationsgesetz schreibt seit 2012 vor, dass Krankenkassen und Krankenversicherungsunternehmen ihre Versicherten ab dem vollendeten 16. Lebensjahr alle zwei Jahre über die Möglichkeiten einer Organ- und Gewebespende informieren. Versicherte sollen hiermit unterstützt werden, eine informierte Entscheidung zur Organ- und Gewebespende zu treffen und sie im Organspendeausweis beziehungsweise einer Patientenverfügung zu dokumentieren.