KZ-Gedenkstätte zeigt Ausstellung über evangelische Häftlinge

Die Gedenkstätte im ehemaligen Konzentrationslager Sachsenhausen

Foto: epd-bild / Gordon Welters

Die KZ-Gedenkstätte Sachsenhausen würdigt die protestantischen Häftlinge, die zwischen 1936 und 1945 in dem Konzentrationslager inhaftiert waren, mit einer neuen Ausstellung.

KZ-Gedenkstätte zeigt Ausstellung über evangelische Häftlinge
Die KZ-Gedenkstätte Sachsenhausen würdigt die protestantischen Häftlinge, die zwischen 1936 und 1945 in dem Konzentrationslager inhaftiert waren, mit einer neuen Ausstellung. Unter dem Titel "Religion: Evangelisch" werden Biografien von 13 Gefangenen sowie von zwei SS-Angehörigen vorgestellt, die aktive Mitglieder der evangelischen Kirche waren.

Die in Kooperation mit der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz erarbeitete Wanderausstellung wurde am Sonntag eröffnet und ist bis zum 27. Mai zu sehen. Danach wird sie in Einrichtungen der evangelischen Kirche gezeigt.

Die Ausstellung veranschaulicht nach Angaben der Gedenkstätte auf 18 Schautafeln die Bandbreite der evangelischen Häftlinge, ihre soziale und nationale Herkunft, ihre politischen Motive sowie ihr religiöses und soziales Leben in Sachsenhausen.

Zu den prominenten evangelischen Häftlingen gehören der Bischof der Evangelisch-Augsburgischen Kirche in Polen, Juliusz Bursche, der führende Vertreter der NS-kritischen Bekennenden Kirche, Martin Niemöller, und der Jurist Friedrich Weißler, der als Mitverfasser einer an Hitler gerichteten Denkschrift der Bekennenden Kirche 1937 in Sachsenhausen ermordet wurde.

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Auch die Rolle der evangelischen Kirche in der Zeit des Nationalsozialismus und die historische Situation in der Stadt Oranienburg werden thematisiert. Aus der Perspektive eines der führenden Vertreter der Bekennenden Kirche in Berlin und Brandenburg, des Sachsenhausener Pfarrers und späteren Bischofs Kurt Scharf, werde dabei insbesondere die Nähe von KZ, Kommune und Kirchengemeinde in den Blick genommen, hieß es.