Berlinale: Kirchen mit Fokus auf Digitalisierung

 Filmmuseumin Potsdam

Foto: dpa/Ralf Hirschberger

Das 1981 gegründete Filmmuseumin Potsdam ist das älteste Museum seiner Art in Deutschland - und inzwischen auch ein Institut der einzigen Filmuniversität.

Berlinale: Kirchen mit Fokus auf Digitalisierung
Im Rahmen der Berlinale haben Kirchenvertreter die Folgen der Digitalisierung für die Filmbranche in den Fokus gerückt. "Das Kino hat im Zuge der Digitalisierung seine Möglichkeiten, die Bilder zu perfektionieren und für den Zuschauer ein immersives Erlebnis zu schaffen, beträchtlich erweitert", sagte der Vorsitzende der Publizistischen Kommission der Deutschen Bischofskonferenz und Bischof der Diözese Rottenburg-Stuttgart, Gebhard Fürst, am Sonntag beim traditionellen Ökumenischen Empfang auf den Internationalen Filmfestspielen Berlin.

Das Gemeinschaftserlebnis sei im magischen Dunkel des Kinosaals durch nichts zu ersetzen, sagte Fürst. Zudem gebe es in der "Bildindustrie" die Tendenz zu immer perfekter gestalteten Bildern. Durch die digitale Bearbeitung entferne sich das Bild immer mehr von der Realität. "Die Bilder triumphieren über die Realität", erklärte der Bischof.

Der Bischof von Rottenburg-Stuttgart, Gebhard Fürst
Der Kulturbeauftragte der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Johann Hinrich Claussen, würdigte zudem den Film- und Theaterregisseur Andres Veiel als einen der profiliertesten deutschen Vertreter einer politisch engagierten Kunst. "Veiels filmisches Schaffen zeichnet sich durch einen ungewöhnlich langen Atem und eine besondere Sensibilität aus", sagte Clausen bei dem Empfang, dessen Ehrengast Veiel war. "In einer Zeit, in der immer schneller und lauter produziert wird, bewahren sich seine Dokumentarfilme einen menschlichen Blick, der in die Tiefe geht." Veiel hatte im vergangenen Jahr mit einer vielbeachteten Dokumentation über den Künstler Joseph Beuys an der Berlinale teilgenommen.

Zudem wurden die Mitglieder der diesjährigen Ökumenischen Jury vorgestellt. Gemeinsam von der Internationalen Kirchlichen Filmorganisation "Interfilm" und der Internationalen Katholischen Vereinigung für Kommunikation "Signis" wurde die Theologin Inge Kirsner (Ludwigsburg) zur diesjährigen Präsidentin berufen. Ihr zur Seite stehen die Theologen Joachim Opahle (Berlin), Jeffrey H. Mahan (Denver, USA) und Freek L. Bakker (Voorschoten, Niederlande), die Journalistin Vesna Andonovic (Mamer, Luxemburg) sowie die Pädagogin Winifred Loh (Singapur).

Die Ökumenische Jury ehrt im Rahmen der Berlinale alljährlich Filmschaffende, die in ihren Werken menschliches Verhalten zum Ausdruck bringen, das mit dem Evangelium in Einklang steht oder das Publikum für spirituelle und soziale Werte sensibilisiert. Die Beiträge kommen aus den Sektionen Wettbewerb, Panorama und Forum des Internationalen Jungen Films. Die Preise der Ökumenischen Jury werden am 24. Februar verliehen.

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