Erzbischof Koch fordert mehr Sozialwohnungen

Erzbischof Koch fordert mehr Sozialwohnungen
Der Berliner Erzbischof Heiner Koch hat deutlich mehr Engagement für sozialen Wohnungsbau gefordert.

So fehlten in Deutschland "rund eine Million Wohnungen", sagte der katholische Theologe am Samstag in seiner Bischofskolumne im RBB-Hörfunk. Bezahlbarer Wohnraum sei in vielen Städten und Regionen Deutschlands mittlerweile Mangelware.

In der Vergangenheit hätten viele Städte Wohnungen verkauft, um leere Kassen zu füllen. Dies sei ein großer Fehler gewesen, sagte der Erzbischof: "100.000 Sozialwohnungen verschwinden in Deutschland Jahr für Jahr vom Markt." Mit Wohnungen werde Profit gemacht. "In Zeiten von Niedrigzins kaufen immer mehr Wohlhabende Wohnungen als Anlageobjekt, modernisieren diese und machen sie damit unbezahlbar" für viele Menschen.

Mehr zu Soziales
Kirsten Heinrich von der Bahnhofsmission in Hannover geleitet die blinde Berufspendlerin Martina Nesterok auf die Rolltreppe.
Die Ökumenische Bahnhofsmission am Hauptbahnhof Hannover bereitet sich auf den Winter vor. Trotz coronabedingt reduzierter Öffnungszeiten sind die haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter weiterhin zur Stelle.
Spendenübergabe  in Kirchenzentrum Wilhelmshaven
Die evangelische Initiative "Wilhelmshaven testet" verteilt überschüssige Mehreinnahmen aus ihrem Corona-Testzentrum an soziale Einrichtungen in der Stadt und der direkten Umgebung. In einer ersten Tranche gehen 169.200 Euro an 56 Gruppen.


"Normalverdiener, die unsere Gesellschaft am Laufen halten, wie Polizisten, Krankpfleger, Erzieher, Friseure sind auf dem Wohnungsmarkt immer öfter 'außen vor'", sagte Koch weiter. Zugleich verwies er auf die Jahreskampagne der Caritas. Unter dem Motto "Jeder Mensch braucht ein Zuhause" werde für mehr Wohnungen für Leute mit kleinem Geldbeutel geworben. Eine Wohnung sei viel mehr als ein Dach über dem Kopf, sie sei "ein geschützter Ort zum Leben, den jeder von uns braucht", betonte Koch.