Menschenrechtler erheben schwere Vorwürfe gegen Soldaten in Mali

Menschenrechtler erheben schwere Vorwürfe gegen Soldaten in Mali
Der für Menschenrechte zuständige malische Minister erklärte im französischen Auslandssender RFI, man werde die Vorwürfe prüfen und gegebenenfalls eine Untersuchung einleiten.

Die Einrichtung eines Anti-Terror-Zentrum in Mali wird von schweren Vorwürfen gegen die beteiligten Armeen überschattet. Human Rights Watch warf am Sonntag Soldaten der malischen und burkinischen Armee vor, in dem westafrikanischen Land mutmaßliche Terroristen verschleppt, gefoltert und umgebracht zu haben. Nahe der Stadt Mopti seien drei Massengräbern mit mindestens 14 Leichen entdeckt worden, zudem seien mindestens 27 Fälle dokumentiert worden, in denen Menschen spurlos verschwunden seien.

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Bei einem Überfall auf ein Dorf in Zentralmali sind Berichten zufolge mindestens 135 Menschen getötet und Dutzende verletzt worden. Bei den meisten Opfern des Massakers handele es sich um Angehörige der Peul, einer muslimischen Volksgruppe.


Der für Menschenrechte zuständige malische Minister erklärte im französischen Auslandssender RFI, man werde die Vorwürfe prüfen und gegebenenfalls eine Untersuchung einleiten. Erst am Samstag hatte Malis Präsident Ibrahim Boubacar Keïta in der Nähe von Mopti das künftige Kommandohauptquartier einer Anti-Terror-Einheit für den Sahel eröffnet. Bis zu 5.000 Soldaten aus Mali, Burkina Faso, Niger, dem Tschad und Mauretanien sollen von hier aus ab Oktober gemeinsam gegen Terrorgruppen in der Region vorgehen.

Finanziert wird der Einsatz überwiegend von Frankreich und der EU. Auch die Bundesregierung hat angekündigt, den Einsatz finanziell zu unterstützen. Die westafrikanische Anti-Terror-Einheit soll sich zudem eng mit französischen Soldaten und der UN-Mission in Mali, Minusma, abstimmen, an der auch die Bundeswehr mit bis zu 1.000 Soldaten beteiligt ist.