Berliner Kirchen schicken Truck auf "Christopher Street Day"

Schon 2001 haben zehntausende Schwule und Lesben den Christopher Street Day Berlin gefeiert. Unter dem Motto "Trau Dich!" wird sich der 140 Menschen fassende Sattelschlepper am 22. Juli in den Umzug einreihen.

Foto: epd-bild/version/Ralf Maro

Schon 2001 haben zehntausende Schwule und Lesben den CSD in Berlin gefeiert. Unter dem Motto "Trau Dich!" wird sich der 140 Menschen fassende Sattelschlepper am 22. Juli in den Umzug einreihen.

Berliner Kirchen schicken Truck auf "Christopher Street Day"
Protestanten werben am 22. Juli beim Umzug von Lesben und Schwulen in Berlin für die "Trauung für alle". Kondome sollen entgegen ersten Überlegungen nicht verteilt werden.

Die evangelische Kirche schickt erstmals einen eigenen Truck auf die Berliner Homosexuellen-Parade "Christopher Street Day" (CSD). Unter dem Motto "Trau Dich!" wird sich der 140 Menschen fassende Sattelschlepper am 22. Juli in den bunten Umzug von Lesben und Schwulen vom Kurfürstendamm über die Siegessäule bis zum Brandenburger Tor einreihen. Das Ganze sei eine Aktion des evangelischen Sprengels Berlin, sagte die Hauptorganisatorin, Pfarrerin Stefanie Hoffmann vom Kirchenkreis Berlin-Stadtmitte, am Montag dem Evangelischen Pressedienst (epd): "Es ist keine Aktion der Landeskirche, wurde aber mit ihr abgesprochen." Schirmherrin ist die Berliner Generalsuperintendentin Ulrike Trautwein.

Geworben werden soll mit der Parade-Teilnahme für kirchliche Trauungen, die in der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz (EKBO) seit vergangenem Jahr auch für homosexuelle Paare ohne Einschränkungen möglich sind. Die Idee für den Truck hatte Superintendent Bertold Höcker, dessen Kirchenkreis Stadtmitte die Aktion auch organisiert.

Überlegungen, während des Umzugs von dem Lastwagen aus Kondome mit dem Luther-Zitat "Für Huren* und Heilige*" sowie Gleitgel zu verteilen, seien verworfen worden, teilte die evangelische Landeskirche am Montagnachmittag mit. Die Botschaft solle auf die "Trauung für alle" konzentriert werden.

Finanziert werde der Truck überwiegend aus Spenden, sagte Hoffmann: "Wir haben einen Großspender, der anonym bleiben will, und mehrere Einzelspender." Dazu kämen noch überschüssige Haushaltsmittel aus dem Kirchenkreis. Die Gesamtkosten liegen laut Kirchenkreissprecherin Christiane Bertelsmann bei etwas über 10.000 Euro.

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In die Vorbereitungen sind laut Hoffmann kirchliche Initiativen wie "Homosexuelle und Kirche" (HuK), "Kirche positiv" und der Schwul-lesbische Pfarrkonvent eingebunden. Den Truck werden Banner mit Aufschriften wie "'Trauung für alle in unseren Kirchen" oder "Evangelische Kirche - seit 500 Jahren in Bewegung" schmücken.

Die 140 Plätze auf dem doppelstöckigen Umzugswagen würden per Einladung vergeben, sagte Hoffmann.