Käßmann kritisiert deutsche Waffenexporte

Käßmann kritisiert deutsche Waffenexporte
Die evangelische Theologin Margot Käßmann hat die deutschen Waffenexporte scharf kritisiert. "Wir beklagen die Kriege dieser Welt, aber wir verdienen an ihnen", heißt es in einem Beitrag der Reformationsbotschafterin der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) für die "Bild am Sonntag".

Im vergangenen Jahr habe die Bundesregierung Rüstungsexporte in Höhe von 6,85 Milliarden Euro genehmigt. Käßmann: "Das ist der zweithöchste Wert in der Geschichte der Bundesrepublik." Sie forderte, Rüstungsexporte zum Thema bei der Bundestagswahl zu machen.

Außerdem hätten die Kriegswaffenausfuhren zugenommen, darunter auch in problematische Länder wie Algerien, Katar, Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate. Zudem seien die genehmigten Kleinwaffenexporte 2016 im Vergleich zu 2015 um 45 Prozent gestiegen. "Dabei wissen wir, dass die Welt voll ist von Kleinwaffen, die gerade in Afrika Hunderttausenden das Leben zur Hölle machen", so Käßmann.

"Wenn Jesus unsere vor Waffen strotzende Welt sehen würde, er wäre fassungslos, denke ich", schreibt die evangelische Pfarrerin: "Jesus hat Liebe gepredigt, die Hass und Gewalt überwinden soll. Er hat die Friedensstifter seliggepriesen, keinesfalls die Waffenproduzenten und die Rüstungslobby."

Mehr zu Margot Käßmann, Rüstungsindustrie
Margot Käßmann
Die Theologin Margot Käßmann (63) und ihr Lebenspartner, der Ingenieur Andreas Helm (62), geben in einem neuen Buch erstmals gemeinsam Einblicke in ihre Beziehung.
Portrait Margot Käßmann
Die evangelische Theologin Margot Käßmann macht ab September einen neuen Podcast. Zusammen mit dem Journalisten Tobias Glawion wird sie vom 1. September an alle zwei Wochen mittwochs eine neue Podcast-Folge veröffentlichen.