Religionen rufen zum Gebet für Opfer auf

Religionen rufen zum Gebet für Opfer auf
In Schweden haben die Religionsgemeinschaften den mutmaßlichen Terroranschlag in Stockholm verurteilt und ihr Mitgefühl mit Opfern und Angehörigen zum Ausdruck gebracht.

"Unsere Gedanken und Gebete sind bei den Opfern, den Verletzten und den Trauernden", erklärte am Samstag der "Interreligiöse Rat". Angriffe dieser Art hätten zum Ziel, "unsere Gesellschaft zu zerstören, zu polarisieren und die Vielfalt von Ethnien, Kulturen und Religionen in Schweden zu untergraben", warnte das Gremium unter anderem aus christlichen, muslimischen, jüdischen und buddhistischen Gemeinschaften und Vereinigungen.

Mit der LKW-Attacke vom Freitag habe sich das feige, zum Äußersten entschlossene Antlitz des Bösen gezeigt, hieß es weiter. Nach dem Anschlag mit einem gestohlenen Lastwagen, bei dem am Freitagnachmittag mindestens vier Menschen getötet und 15 weitere verletzt wurden, wehten am Wochenende die Flaggen auf Halbmast.

Schwedens lutherische Erzbischöfin Antje Jackelén erklärte, "Nachrichten über Terroranschläge haben uns in den letzten Jahren allzu oft erreicht. Wir erhielten diese aus vielen Teilen der Welt, und wir befürchteten, dass dies auch in unserem Land geschehen kann. Jetzt ist es passiert." Jackelén: "Unsere unmittelbaren Gedanken sind bei den Opfern, bei denjenigen, die ihre Angehörigen verloren haben, bei den Verletzten, und bei denen, die helfen." Man gedenke zudem jenen Entscheidungsträgern und Helfern, die in extremen Situationen handeln müssten, so die aus Deutschland stammende Erzbischöfin am Samstag auf der Webseite der Schwedischen Kirche.

Ähnlich bestürzt zeigte sich die katholische Nordische Bischofskonferenz: Anders Arborelius, Bischof von Stockholm, sprach von einem "schrecklichen Akt des Terrorismus" und zeigte sich schockiert darüber, "dass diese sinnlose und rücksichtslose Gewalt uns so nahe gekommen ist." Der katholische Theologe fügte hinzu: "Wir müssen mehr und mehr einsehen, dass wir in einer verwundeten Welt leben und wie verletzlich wir Menschen sind."

Zuvor hatte der Generalsekretär des Weltkirchenrates in Genf, Olav Fykse Tveit, zur Solidarität mit den Bewohnern des skandinavischen Staates aufgerufen: Schweden sei ein Land, das so viele Friedensinitiativen in anderen Teilen der Welt ergriffen habe. Nun aber sei es durch einen inhumanen Akt des Terrors inmitten seiner Hauptstadt Stockholm getroffen worden, so der aus Norwegen stammende Lutheraner Tveit.

Die schwedische Kronprinzessin Victoria, die - ebenso wie viele Stockholmer auch - den Anschlagsort und Umgebung am Samstag gemeinsam mit ihrem Ehemann Daniel besuchte, sagte nach Angaben des Boulevardblattes "Aftonbladet": "Ich fühle eine immense Traurigkeit und Leere". Zugleich aber fühle sie eine Stärke, "weil die Gesellschaft mit enormer Kraft gezeigt habe, dass wir uns dem entgegenstellen." Schwedens Ministerpräsident Stefan Löfven erklärte: "Wir sind eine offene, demokratische Gesellschaft, und das werden wir auch bleiben."

Unterdessen geht die schwedische Polizei davon aus, dass ein nach dem Anschlag festgenommener Mann mit Wahrscheinlichkeit den Lastwagen gesteuert habe, der am Freitag zunächst durch eine Einkaufsmeile und dann in ein Kaufhaus gerast war. Medienberichten zufolge bestätigten die Behörden, dass es sich bei dem verhafteten mutmaßlichen Täter um einen 39 Jahre alten Usbeken handelt.

Zugleich schließen die Ermittler nicht aus, dass an dem Anschlag mehrere Täter beteiligt waren.  Das Land hat die Grenzkontrollen verschärft. Für die Opfer des Anschlags sind am Montag eine Gedenkfeier und eine Schweigeminute geplant.

 

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