Künstlerin Dumas übergibt Altarbild in Dresdner Annenkirche

Schwarzer Jesus in Dresdner Annenkirche eingeweiht

Foto: dpa/Oliver Killig

Künstlerin Dumas übergibt Altarbild in Dresdner Annenkirche
Das Altarbild der Südafrikanerin weist auch einen Gegenwartsbezug auf.
Mit einem Festgottesdienst ist am Sonntag das neue Altarbild der Dresdner Annenkirche übergeben worden. Geschaffen hat es die international anerkannte Künstlerin Marlene Dumas in einem mehrjährigen Prozess unter Mitarbeit ihres Lebenspartners Jan Andriesse und ihres Künstlerfreundes Bert Boogaard. Der etwa acht mal 3,5 Meter große "Lebensbaum" ist das erste Altarbild der 63-jährigen Südafrikanerin, die in Amsterdam lebt und bereits im Museum MoMA in New York sowie im Münchner Haus der Kunst ausstellte.

Das Altarwerk zeigt insgesamt sechs Motive auf großen Scheiben - Jesus und das Kreuz sind zwei getrennte Bilder. Zu sehen ist auch ein überfülltes Flüchtlingsboot. Die Kirchgemeinde hatte sich für das Kunstwerk einen Gegenwartsbezug gewünscht. An dem Gottesdienst nahmen neben Marlene Dumas auch Sachsens evangelischer Landesbischof Carsten Rentzing und die Direktorin des Albertinums der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden, Hilke Wagner, teil. Bischof Rentzing hielt die Predigt.

Die Fertigstellung des Riesenbildes hatte sich verzögert. Das Werk sollte ursprünglich schon 2015 fertig sein. Dumas zählt zu den bedeutenden zeitgenössischen Künstlerinnen, sie hat bereits Erfahrungen mit großflächigen Arbeiten. Für einen Gerichtssaal in Johannesburg (Südafrika) gestaltete sie das Wandbild "Liberty" ("Freiheit"). Ihr neues Altarbild entstand in Amsterdam.

Der im Jugendstil gehaltene Innenraum der Dresdner Annenkirche war für rund 1,6 Millionen Euro saniert worden. Um einen Gegenwartskünstler für das neue Altarbild zu finden, wurde eigens eine Kommission eingesetzt. Nach dem Wiederaufbau der im Zweiten Weltkrieg nur teilweise zerstörten Kirche war der Platz über dem Altar frei geblieben.

Die evangelische Annenkirche wurde 1578 als erster Sakralbau in Dresden nach der Einführung der Reformation als Predigtstätte eingeweiht. Mehrfach wurde sie umgebaut, zuletzt 1909. Bei den Luftangriffen auf Dresden im Februar 1945 blieb die Kirche am Rand der Innenstadt stehen, wurde allerdings stark beschädigt. Während der Bombardements überlebten im Kirchraum etwa 1.000 Menschen.
 

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