Braunschweiger baut historischen Luther-Wagen nach

Der Braunschweiger Stellmacher Theo Malchus hat einen mittelalterlichen Kobelwagen aus Luthers Zeiten auf den Waldweg neben seiner Werkstatt gerollt.

Foto: epd-bild/Peter Sierigk

Der Braunschweiger Stellmacher Theo Malchus hat einen mittelalterlichen Kobelwagen aus Luthers Zeiten auf den Waldweg neben seiner Werkstatt gerollt.

Braunschweiger baut historischen Luther-Wagen nach
Der Braunschweiger Stellmacher Theo Malchus hat in Handarbeit den Wagen nachgebaut, mit dem der Reformator Martin Luther (1483-1546) vor etwa 500 Jahren durch die Lande reiste.

Der etwa vier Meter lange und 2,5 Meter hohe sogenannte Kobelwagen mit Lederplane ist Teil der bevorstehenden Nationalen Sonderausstellung auf der Wartburg im thüringischen Eisenach, sagte Malchus. Die Schau "Luther und die Deutschen" ist dort vom 4. Mai bis zum 5. November zu sehen.

Der Projektleiter der Ausstellung, Marc Höchner, sagte, auf der Wartburg werde das Modell in einem Innenhof aufgestellt und sei für Besucher zugänglich. Die Ausstellungsgäste könnten sich in den Wagen setzen und nachempfinden, wie der Reformator Hunderte von Kilometern von Pferden gezogen durch die Lande fuhr. Zu Luthers Stationen zählten unter anderem Magdeburg, Weimar, Torgau, Eisleben, Augsburg oder Heidelberg.

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Um den Wagen so originalgetreu wie möglich nachzubauen, hat Handwerker Malchus in ganz Deutschland nach Material gesucht. Das luftgetrocknete und bis zu 70 Jahre eingelagerte Eichen- und Eschenholz entdeckte er im Ammerland bei Oldenburg und in Schöppenstedt bei Wolfenbüttel. Ein Sattler nähte aus Rindsleder eine Lederplane, ein Metall-Designer fertigte spezielle Beschläge. Weit mehr als 1.000 Arbeitsstunden haben die Handwerker laut Malchus in das Gefährt investiert.