Stiftung warnt vor Hungersnot in Äthiopien

Stiftung warnt vor Hungersnot in Äthiopien
Angesichts der Dürre in Äthiopien sind nach Angaben der Stiftung "Menschen für Menschen" bereits mehr als fünf Prozent der Bevölkerung dringend auf Nahrungsmittelhilfe angewiesen.

Etwa 5,6 Millionen der rund 100 Millionen Äthiopier seien akut von der Hungerkrise bedroht, erklärte Stiftungsvorstand Peter Renner am Mittwoch in Berlin. "Wir müssen dringend handeln - sonst besteht die Gefahr, dass Menschen verhungern." Vor allem die wohlhabenden Industrieländer seien in der Pflicht.

Die "Stiftung Menschen für Menschen - Karlheinz Böhms Äthiopienhilfe" mit Sitz in München war 1981 von dem Schauspieler Karlheinz Böhm (1928-2014) gegründet worden. Die Organisation engagiert sich nach eigenen Angaben seit über 35 Jahren in Äthiopien. Sie hat derzeit 740 Mitarbeiter und ist in zwölf Projektgebieten aktiv.

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Als Hauptgrund für die aktuelle Krise nannte Renner die Dürre im Jahr 2015. Die Auswirkungen seien jetzt spürbar, weil die Vorräte aufgebraucht seien, Tiere starben und auch die Regenfälle 2016 hinter den Erwartungen zurückgeblieben seien.

Renner sprach sich zugleich für eine nachhaltige Entwicklungshilfe aus, bei der gemeinsam mit Projektpartnern vor Ort nach Lösungen gesucht wird. Ernährungshilfe, Bildungs- und Arbeitsmarktangebote müssten miteinander verzahnt und angepasst an die individuellen regionalen Bedürfnisse umgesetzt werden. Nur durch langfristige Perspektiven ließen sich Krisen und somit auch Fluchtursachen dauerhaft vermeiden.