In Deutschland musizieren mehr als drei Millionen Laien

In Deutschland musizieren mehr als drei Millionen Laien
Rund 3,1 Millionen Menschen in Deutschland musizieren in einem organisierten Laien-Chor oder -Instrumentalensemble. Im Unterschied zu professionellen Musikern wird in Laien-Chören und -Musikgruppen ohne erwerbswirtschaftliche Absichten musiziert, häufig sind Laien in kirchlichen Ensembles aktiv. Der vorgestellte "Spartenbericht Musik" mit umfassenden Zahlen über das Musikleben in Deutschland wurde erstmals veröffentlicht.

Die Zahl der Berufsmusiker und Berufssänger lag laut Mikrozensus 2015 bei rund 64.000, wobei die Musiker einen Anteil von 82 Prozent ausmachten. Professionelle Musikerinnen und Musiker spielen unter anderem in den öffentlich geförderten Orchestern. Allein der Deutsche Bühnenverein e. V. zählte in der Spielzeit 2013/2014 insgesamt 130 öffentlich geförderte Orchester; davon gab es die meisten in Nordrhein-Westfalen (22). Deutschlandweit waren laut Bundesamt in diesen Orchestern rund 9.900 aktive Musiker beschäftigt.

Die neuen Zahlen wurden im Rahmen des Projektes "Aufbau einer bundeseinheitlichen Kulturstatistik" im Auftrag der Kultusministerkonferenz sowie von Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) veröffentlicht. Für die Anzahl der musizierenden Laien in Deutschland wurden Daten verschiedener Verbände aus den Jahren 2013, 2015 sowie der Spielzeit 2015/2016 zusammengefasst.

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Die Deutsche Orchestervereinigung würdigte den "Spartenbericht Musik" als wichtigen Schritt zur Versachlichung kulturpolitischer Diskussionen.  Damit liege zum ersten Mal eine umfassende bundesweite Statistik für den Musikbereich vor, sagt Geschäftsführer Gerald Mertens.

Der Bericht verzeichnet der Orchestervereinigung zufolge mehr als 5,2 Millionen Besuche von Konzerten öffentlich finanzierter Orchester in der Spielzeit 2013/2014. Hinzu kommen 32 Millionen Besuche bei über 500 Musikfestivals. "Das zeigt, wie hoch die Anziehungskraft von moderner und klassischer Orchestermusik beim Publikum ist", sagte Mertens. Umso unverständlicher sei, dass vielen Lokalpolitikern noch immer nicht bewusst sei, wie beliebt und wichtig diese Konzerte seien. "Hier ist ein Umdenken dringend nötig."