999 Kirchen bieten Unterschlupf für Vögel und Fledermäuse

Eigentlich nistet der Wanderfalke auf hochgelegenen Felsbändern mit Nischen, aber in Sädten nisten sie gerne auch an Hochhäusern, Autobahnbrücken und Kirchen

Foto: Stephanie Kuessmann/Nabu

Eigentlich nistet der Wanderfalke auf hochgelegenen Felsbändern mit Nischen, aber in Sädten nisten sie gerne auch an Hochhäusern, Autobahnbrücken und Kirchen

999 Kirchen bieten Unterschlupf für Vögel und Fledermäuse
999 Kirchen bundesweit bieten derzeit in ihren Türmen bedrohten Vögeln und Fledermäusen einen Unterschlupf. Sie wurden in den vergangenen zehn Jahren vom Naturschutzbund Deutschland (Nabu) als "Lebensraum Kirchturm" ausgezeichnet.

Spitzenreiter bei der "Wohnraumbeschaffung" sei Baden-Württemberg mit über 212 Kirchen, gefolgt von Thüringen mit 150 und Niedersachsen mit 140, teilte der Nabu am Mittwoch in Berlin mit. Wie wichtig das Engagement der Kirchgemeinden sei, zeige das Beispiel des Turmfalken, der es als sogenannten Kulturfolger verstärkt in die Nähe des Menschen zieht. In alten Gebäuden, Kirchtürmen oder hohen Bäumen finde er passende Unterkünfte; doch seine angestammten Brutplätze gingen vor allem durch die Sanierung von Kirchen oder den Abriss alter Industrieanlagen immer häufiger verloren, beklagen die Naturschützer.

Wo Lebensräume fehlten, könnten Nistkästen in Kirchtürmen Abhilfe schaffen: Sie würden Turmfalken, aber auch Schleiereulen, Dohlen und Fledermäusen ein neues Zuhause bieten. Hätten sich die Tiere einmal in oder an einer Kirche niedergelassen, kehrten sie jedes Jahr in ihr Domizil zurück, so der Nabu.

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