Islamische Staaten wollen Gräuel an Rohingya in Myanmar untersuchen

Islamische Staaten wollen Gräuel an Rohingya in Myanmar untersuchen
Islamische Staaten wollen eine Delegation nach Myanmar schicken, um die Lage der bedrängten muslimischen Minderheit der Rohingya zu untersuchen.
Deutschland spricht 2019

Das beschloss die Organisation für Islamische Zusammenarbeit (OIC), der 56 Länder angehören, am Donnerstag auf einer Konferenz in Malaysias Hauptstadt Kuala Lumpur. Man sei auf die Kooperation von Myanmars Regierung angewiesen, hieß es.

Zudem sagte Malaysias Premier Najib Razak umgerechnet etwa 2,1 Millionen Euro an humanitärer Hilfe für den Unruhe-Bundesstaat Rakhine in Myanmar zu. Laut dem Nachrichtenportal "Malay Mail Online" betonte er, die Not der staatenlosen Rohingya sei nicht allein eine interne Angelegenheit Myanmars, sondern betreffe die gesamte Region.    

Damit bezog sich Najib auf die Krise um Bootsflüchtlinge im Mai 2015. Die muslimisch geprägten Länder Malaysia und Indonesien hatten damals Tausenden auf dem Meer treibenden Rohingya sowie Flüchtlingen aus Bangladesch das Anlegen an Land verweigert. Erst allmählich gaben die beiden Staaten ihre Blockade auf. Sie hatten jedoch erklärt, dass die Aufnahme zeitlich begrenzt sei. In Malaysia leben bereits seit Jahren mindestens 56.000 Rohingya-Flüchtlinge.

Kürzlich hatten Friedensnobelpreisträger, Aktivisten, Wissenschaftler und Politiker ein Eingreifen der Vereinten Nationen gefordert, um die Verfolgung der Rohingya im mehrheitlich buddhistischen Myanmar zu stoppen. Rohingya seien das Opfer von "ethnischen Säuberungen" und anderen Verbrechen gegen die Menschlichkeit.

Myanmars de-facto-Regierungschefin und Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi steht seit Monaten am Pranger. Kritiker werfen ihr Untätigkeit beim Schutz der Minderheit vor. Die Behörden leugnen, dass Sicherheitskräfte mit gezielter Gewalt gegen die Rohingya vorgehen. Seit einer 2012 von nationalistischen Buddhisten geschürten Gewaltwelle gab es im Rakhine-Staat wiederholt blutige Konflikte. Seit Oktober flohen nach UN-Angaben mehr als 65.000 Rohingya nach Bangladesch.

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