Koptischer Bischof gedenkt der Terroropfer in Kairo

Koptischer Bischof gedenkt der Terroropfer in Kairo
Der verheerende Anschlag vom 11. Dezember sei immer noch unfassbar, sagte der Bischof der koptisch-orthodoxen Kirche in Deutschland, Anba Damian, in seiner Predigt.

Mit einem Gottesdienst im koptisch-orthodoxen Kloster in Höxter ist am Sonntag der Opfer des Terroranschlags auf koptische Christen in Kairo gedacht worden. Der verheerende Anschlag vom 11. Dezember sei immer noch unfassbar, sagte der Bischof der koptisch-orthodoxen Kirche in Deutschland, Anba Damian, in seiner Predigt. Menschen würden nicht als Terroristen geboren. "Es ist nichts anderes als eine absurde Lehre, die leicht beeinflussbare und fanatische Menschen bewegt, unsere Welt zu zerstören und das Ebenbild Gottes zu töten", erklärte Damian, der wenige Tage nach dem Anschlag ägyptische Schulen dazu aufgerufen hatte, religiöse Toleranz zu stärken.

Ägypten habe damals der heiligen Familie Asyl und Schutz gewährt, als sie nach der Geburt Jesu von König Herodes verfolgt worden sei, sagte der Bischof. "Nach diesem Vorbild wünschen sich noch heute die Koptisch-Orthodoxen Christen als Nachfolger Christi den Schutz ihres Heimat- und Vaterlandes Ägypten sowie die Garantie der Menschenrechte."



Koptische Christen, die etwa zehn Prozent der Bevölkerung Ägyptens ausmachen, waren in den vergangenen Jahren immer wieder Angriffen ausgesetzt. "Wir danken Gott, dass wir hier in Deutschland in Würde geschützt leben dürfen", sagte Damian. "Wir beten für das Land, in dem wir leben dürfen, aber auch für den Frieden unseres Heimatlandes Ägypten."

Bei einem der bislang schwersten Anschläge auf koptische Christen in Ägypten waren am 11. Dezember 25 Menschen getötet worden. Fast 50 Menschen wurden verletzt. Die Explosion ereignete sich nahe der bekannten koptischen Markus-Kathedrale in der anliegenden Kirche von Sankt Peter und Sankt Paul. Die Terrormiliz "Islamischer Staat" bekannte sich zu dem Selbstmordanschlag.

Die koptisch-orthodoxe Kirche existiert bereits seit dem ersten Jahrhundert nach Christus. Sie gehört damit zu den ältesten Kirchen. Der Name Kopten leitet sich vom ägyptischen Wort für "Ägypter" ab. In Deutschland zählt die Kirche nach Angaben Damians etwa 12.000 Mitglieder. Dienstsitz des Diözesanbischofs Damian ist das koptisch-orthodoxe Kloster in Höxter.

Meldungen

Top Meldung
Keine Sterbehilfe in kirchlichen Einrichtungen
In der Debatte über Sterbehilfe haben sich der ehemalige Vorsitzende des Deutschen Ethikrats, Peter Dabrock, und der frühere Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Wolfgang Huber, gegen den assistierten Suizid in kirchlichen Einrichtungen ausgesprochen.