Weltgemeinschaft hat in Aleppo kollektiv versagt

Weltgemeinschaft hat in Aleppo kollektiv versagt
"In den Medien sehen wir fast apokalyptische Bilder einer beinahe vollständig zerstörten Stadt, durch deren kaputte Straßen Menschen irren, die versuchen, ihr Leben zu retten", sagte der evangelische Theologe dem Evangelischen Pressedienst (epd): "Diese Bilder haben für mich einen endzeitlichen Charakter."

Vor diesem Hintergrund sei es eine besondere Herausforderung, in zehn Tagen an Heiligabend über die Weihnachtsgeschichte zu predigen, die mit dem Statthalter Quirinius in Syrien ihren Anfang nahm. Die Geschichte von der Geburt Jesu, die voller Verheißung, Zuversicht und Hoffnung sei, beginne genau in dem Land, das sich seit Jahren in einer katastrophalen Situation befinde. "Man traut sich kaum, das nebeneinanderzusetzen, weil der Kontrast so groß ist", betonte Meister.

"Wir können in unseren Weihnachtsgottesdiensten nicht allein die Botschaft bringen, dass Gott es schon irgendwann richten wird", unterstrich der Bischof. Vielmehr müssten Gottesdienstbesuchern Möglichkeiten zur Hilfe aufgezeigt werden. "Das kann ein so kleiner Schritt sein, dass er vielleicht nur aus der Kollekte für die Diakonie Katastrophenhilfe besteht."

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Tillmann Elliesen
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Auch wenn die Situation schrecklich und hoffnungslos erscheine, müssten die Kirchen daran mitwirken, dass es in Aleppo und ganz Syrien wieder Leben und eine Infrastruktur gebe, unterstrich der Theologe. Die hannoversche Landeskirche unternehme seit einiger Zeit gemeinsam mit der Evangelisch-reformierten Kirche "einen verzweifelten Versuch, durch Partnerschaften zu helfen". In Syrien unterstützten die Kirchen vier Schulen, eine davon sei in Aleppo. Den letzten Kontakt habe es vor drei Wochen gegeben.

Im neuen Jahr sei geplant, angehende evangelische Religionspädagogen der hannoverschen Landeskirche zu Schulpraktika in die großen Flüchtlingscamps in den Libanon zu schicken. Von den dort rund 400.000 lebenden Kindern könne zurzeit höchstens die Hälfte am Schulunterricht teilnehmen, weil es an Lehrern fehle.