Hilfsorganisationen wollen ihren Einfluss verstärken

Cornelia Fülkrug-Weitzel (M) mit Nadir Duqmaq (Nothilfekoordinator des Lutherischen Weltbundes) bei einem Rundgang durch das Füchtlingslager Zaatari.

Foto: epd-Bild/Christoph Püschner

Cornelia Fülkrug-Weitzel (M) mit Nadir Duqmaq (Nothilfekoordinator des Lutherischen Weltbundes) bei einem Rundgang durch das Füchtlingslager Zaatari.

Hilfsorganisationen wollen ihren Einfluss verstärken
Humanitäre Hilfe darf nach Ansicht der Präsidentin der Diakonie Katastrophenhilfe, Cornelia Füllkrug-Weitzel, kein Ersatz für politische Krisenbewältigung sein.

Füllkrug-Weitzel forderte am Donnerstag in Berlin mehr Anerkennung für die Arbeit der Hilfsorganisationen und die Grundsätze, denen sie sich verpflichtet haben. Humanitäre Hilfe dürfe nicht mit politischen Absichten verbunden werden, um den Zugang zu den Hilfsbedürftigen nicht zu gefährden. Zu den Prinzipien der Humanitären Hilfe zählen Unabhängigkeit und Neutralität.

Die Diakonie Katastrophenhilfe, Caritas International und "Ärzte ohne Grenzen" stellten eine Studie über die Herausforderungen und die politische Bedeutung der Humanitären Hilfe vor. Danach leisten die deutschen Hilfswerke zwar eine herausragende Arbeit, können ihre Erfahrungen aber national und international kaum einbringen, um die politischen Rahmenbedingungen für ihre Einsätze zu verbessern.

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Der Geschäftsführer von Ärzte ohne Grenzen, Florian Westphal, bilanzierte, das internationale System der humanitären Hilfe funktioniere nicht. Viel zu viele Menschen in Not würden nicht erreicht. Dafür gebe es Gründe, die im Inland und international diskutiert werden müssten, um Verbesserungen durchzusetzen.

Vor diesem Hintergrund kommt die Studie zu dem Schluss, in Deutschland fehle ein zentraler Ort, an dem Politik, Hilfsorganisationen und internationale Experten sich über die Herausforderungen der Humanitären Hilfe austauschen. In der Politik, etwa im Bundestag, gebe es nur geringe Kenntnisse über die Arbeit der Hilfsorganisationen und die Bedingungen, unter denen sie tätig seien. Gleichzeitig erwarte die Politik aber, dass Hilfsorganisationen bereitstehen, wenn die politische Krisenbewältigung versage, etwa bei den großen Flüchtlingsbewegungen.